Forschung und Lehre

Die Ruppiner Kliniken GmbH sind Hochschulklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Neben unserer Kerntätigkeit stellen wir uns verschiedenen Aufgaben in Forschung und Lehre. Dazu zählen wissenschaftliche Projekte, Studien, Veröffentlichungen und Fortbildungsveranstaltungen.

Die "neue" Notfallmedizin

Der Notfall ist nicht mit der Stabilisierung der Dekompensation allein behandelt. Die Notfallmedizin im herkömmlichen Sinne kann durch Stabilisierung der Vitalzeichen (wie Atmung, Herz-Kreislauf-System) häufig nur die Uhr in der Krankheitsentwicklung um einige Zeit zurückdrehen. Die dafür erforderlichen Techniken, wie die Herstellung der künstlichen Beatmung mit Narkoseeinleitung und -aufrechterhaltung, das Behandeln von Schockformen, oder das Versorgen von Traumata sind Grundwissen für Notfallmediziner. Doch nicht nur auf Grund des demographischen Wandels, sondern auch aus der Frage heraus, wie Krankheitsentwicklung verläuft und welche „Servomechanismen“ des Körpers dieser Entwicklung bis zur Dekompensation („der klassische Notfall“) entgegenwirken, muss die Definition der Notfallmedizin und damit auch die Ausbildung erweitert werden. Das beinhaltet insbesondere die Vermittlung des Wissens zur Erkennung von Krankheitsursachen und Traumamechanismen und deren Verläufe. Notfallmediziner verfügen idealerweise über ein ausgeprägtes differenzialdiagnostisches Wissen und eine fundierte Erfahrung in den klassischen „konservativen“ und operativen Fachrichtungen. Nur wer den Verlauf von Erkrankungen kennt und Erfahrung im Umgang mit Behandlungskonzepten bis zur Genesung der Patienten hat, kann komplex weiterdenken.


Ähnlich wie in der Allgemeinmedizin liegt in der Notfallmedizin die Kunst darin Symptome, Anamnese und klinische Untersuchung zusammenzuführen und zu einer sinnvollen Arbeitshypothese zu kondensieren. Diese Strategie wird durch schnellverfügbare, einfache diagnostische Methoden, wie z. B. EKG, Sonographie, Labor, konventionelles Röntgen und um gezielte CT-Diagnostik ergänzt, so dass ein Großteil der Diagnosen zu stellen sind. Dafür ist ein fundiertes Wissen über die Interpretation des 12-Kanal-EKG´s, die Durchführung der Sonographie des Abdomens, der Gefäße und des Herzens, das Wissen um Versorgungsreihenfolgen von Frakturen, Schwindel, Divertikulitiden und vieles anderes mehr erforderlich. Dieses differenzialdiagnostische Wissen können wir nutzen, um das Aufbringen von vielfältigen Verdachtsdiagnosen zu reduzieren. Denn diese führen häufig zu einem enormen Verbrauch von Ressourcen, um die aufgebrachten Differentialdiagnosen auszuschließen. Das belastet Notaufnahmen erheblich.


Darüber hinaus ist es naheliegend, die präklinische Notfallversorgung, also die klassische Tätigkeit des Notarztes mit der Tätigkeit in der Notaufnahme zu verbinden. Die fast detektivische differenzialdiagnostische Herangehensweise innerhalb des Tätigkeitsfeldes Notaufnahme bringt genau die Ergänzung, die die Gedanken und strategischen Planungen des Notarztes auf die Bedürfnisse und Belange einer Notaufnahme bereits synchronisiert und einen Fall weiter denken lässt als aus „klassisch notärztlicher“ Sicht.


Die neue Notfallmedizin umfasst durch die differenzialdiagnostische Medizin auch die ersten Stunden und wenige Tage in der stationären Behandlung, sofern erforderlich, und damit den gesamten Zeitraum der Akutmedizin. So steht Notfallmedizin auch für die Nachhaltigkeit der diagnostischen Strategien, der erstellten Diagnosen und der gewählten Behandlungen bis zur Gewissheit des zu wählenden Versorgungsbedarfs (intensivmedizinische oder normalstationäre Versorgung).


Die Ausbildung zum „Notfallmediziner“ muss demnach neben dem Erlernen vitalerhaltender Methoden (Intubation, Schockbehandlung etc.) sowohl operative als auch konservative Fächer beinhalten. Hierbei werden die klassisch operativen Indikationen erlernt, als auch die differenzialdiagnostischen Methoden aus verschiedensten Fachbereichen, wie Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie usw. Darüber hinaus ist ein Einsatz in einer allgemeinmedizinischen Praxis ebenso entscheidend, um einen Blickrichtungswechsel zu erhalten.


Ich bin davon überzeugt, dass sich das Fachgebiet genau dahingehend entwickeln wird, denn die Umgebungsbedingungen, sowohl im Gesundheitswesen als auch in der Bevölkerung erzwingen geradezu die Entwicklung des Faches. Ich hoffe auf eine Unterstützung der spezialisierten Fachabteilungen, auch wenn viele der Perspektive dieser neuen Notfallmedizin derzeit eher ablehnend gegenüber stehen, und wünsche mir für die Zukunft weniger akute und dafür mehr differenzialdiagnostische Gedanken im Umgang mit Notfallpatienten. Dies ermöglicht uns den Bogen deutlich weiter zu spannen als nur von der Wohnung eines Patienten, einer Praxis oder der Straße bis in die Notaufnahme. Denn es ist die Sache selbst, die uns auffordert weiterzudenken.

Für die Zukunft bin ich zuversichtlich und setzte mich mit all meiner Erfahrung und Kraft für diese neue Notfallmedizin ein.

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Dr. med. Erik Weidmann
Chefarzt Zentrale Aufnahme

Weiterbildungsermächtigung
  • Chefarzt Dr. Erik Weidmann: Weiterbildungsbefugnis für Allgemeinmedizin (24 Monate), beteiligt an der Basisweiterbildung Innere Medizin (24 Monate),  Weiterbildungsbefugnis für die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (6 Monate)
  • Dr. Friedemann Kuhnt: Weiterbildungsbefugnis für Basisweiterbildung Chirurgie (12 Monate)
Weiterbildung Allgemeinmedizin

Ihre Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in den Ruppiner Kliniken beginnt mit einem Planungsgespräch auf Grundlage des Weiterbildungscurriculums. Hier werden die Pflicht- und Wahlfächer besprochen und Ihr individuelles Weiterbildungsprogramm geplant.


Im Bereich der Wahlfächer können Sie ein bis maximal drei bettenführende Abteilungen belegen (Musterbeispiel Lungenheilkunde, Pädiatrie und Neurologie). Bei der Planung der 18 Monate Praxiszeit unterstützen wir Sie durch Planung dieses Weiterbildungsabschnitts in unseren MVZ-Praxen mit Weiterbildungsermächtigungen. Alternativ vermitteln wir Ihnen kooperierende freie Praxen in unserer Region. Natürlich können Sie sich ebenfalls gern an eine Praxis Ihrer Wahl wenden. Hier können Sie von uns Unterstützung im Rahmen der Synchronisation des Weiterbildungscurriculums erwarten. Beschränkungen oder Auflagen bei der Wahl der Weiterbildungspraxen bestehen nicht.


Grundgedanke der Planung Ihrer Weiterbildung ist es, die Ausbildung in den belegten Fächern vollständig sicherzustellen. Die Reihenfolge der stationären Wahl- und Pflichtfächer kann sich jedoch verändern. Am Ende Ihrer Ausbildung sollen die Inhalte in der besprochenen Fassung abgeleistet worden sein.


Zwei Mal im Jahr finden Treffen aller allgemeinmedizinischen Ausbildungsassistenten zusammen mit dem koordinierenden Chefarzt statt. Dort werden Ihre aktuelle Weiterbildungssituation, der Ausbildungsfortschritt sowie die Planungen für das Folgejahr gemeinsam besprochen.


Die Koordination Ihrer Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin übernimmt die Zentrale Aufnahme. Dies garantiert Ihnen eine übergeordnete und zusammenfassende Betreuung während der gesamten Weiterbildungszeit. Dieses soll insbesondere die Vertretung Ihrer Interessen sicherstellen.

Wir hoffen Ihnen mit diesem Programm eine individualisierte und begleitete Weiterbildung anbieten zu können und freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. med. Erik Weidmann

Strukturierte Weiterbildung auf dem Gebiet der Allgemeinmedizin

Praktisches Jahr

Profitieren Sie von den vielen Möglichkeiten eines Praktischen Jahres bei den Ruppiner Kliniken. Neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung, tollen Arbeitsbedingungen und netten Kollegen gehören zum PJ-Komplettpaket:

  • Lehre im Schwerpunktversorger
  • spannende Abwechslung in der Notfallambulanz
  • zusätzlich praktischer und theoretischer Unterricht

Hier erfahren Sie mehr.

Klinische Studien und Projekte

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  • Einführung der nichtinvasiven Beatmung in Rettungsdienst und Notfallambulanz (CPAP Beatmung)
  • Regelmäßige Schulungen der Mitarbeiter der Ruppiner Kliniken im Reanimieren von Patienten
  • Digitale Befunddokumentation von Ultraschalluntersuchungen mit Vernetzung in die gesamte Klinik
  • Klinikübergreifendes, strukturiertes Weiterbildungskonzept Facharzt für Allgemeinmedizin
Kurzkontakt
Zentrale Aufnahme
(03391) 39-4547
(03391) 39-4509
Ärzte-Finder
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