Schwindel

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Wenn sich die Welt anders als gewohnt dreht

Wie das Symptom Schwindel entsteht und in welchen Formen es unser Leben beeinflusst

„Vor Glück mir wird ganz schwindelig.“ Wohl dem, der das von sich behaupten kann. Beim Schwindel im medizinischen Sinne hat der Betroffene allerdings keine Schmetterlinge im Bauch, sondern zumeist eine Welt vor Augen, die sich wie bei einer Karussellfahrt dreht oder wie auf einem Schiff  bei hohem Wellengang hin und her schwankt. Dadurch wird die Fähigkeit gestört, sich im Raum zu orientieren und den eigenen Körper im Gleichgewicht zu halten. Menschen mit Schwindel sind vor allem im höheren Lebensalter sturzgefährdet. Nicht selten wird ihnen auch schwarz vor Augen und es entstehen Übelkeit und Erbrechen.

„Schwindel ist jedoch keine Krankheit“, erklärt Dr. Achim Franzen, Chefarzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde an den Ruppiner Kliniken. „Er ist vielmehr ein Symptom, das bei verschiedenen Krankheiten auftritt.“

Wie entsteht Schwindel?

Für ein in jeder Situation funktionierendes Gleichgewicht benötigt das Gehirn Informationen aus mindestens drei Bereichen:

  • dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr,
  • den Augen und
  • den Sensoren in Muskeln und Haut, die unter anderem Informationen über die Stellung der Wirbelsäule und der Extremitäten liefern.

Die empfangenen Signale werden vom Kleinhirn und anderen spezialisierten Bereichen des Gehirns verarbeitet und auf Plausibilität überprüft. Passen die Informationen zusammen und ist dem Gehirn das Ergebnis der Informationsverarbeitung bekannt? Dabei spielt der Vergleich der aktuellen Situation mit erinnerten und gelernten Gleichgewichtssituationen eine große Rolle. Kommt es zu Funktionsstörungen eines der oben genannten Systeme, zum Beispiel durch eine Sehstörung, eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs oder eine Schädigung im Innenohr, so treffen im Gehirn widersprüchliche Informationen aufeinander und es entsteht Schwindel. Ebenso kann dieser durch Störungen im Gehirn selbst verursacht werden. Dann sprechen Ärzte vom „zentralen Schwindel“, weil die Steuerungszentrale selbst betroffen ist. Dessen häufige und nicht ungefährliche Ursache ist der Schlaganfall.

Welche Symptome gibt es?

Schwindel ist nicht gleich Schwindel. Man unterteilt ihn in drei Gruppen:

  • Den Drehschwindel empfinden Betroffene oft als „Karussellfahren“.
  • Der Schwankschwindel kommt dem Gefühl gleich, auf einem schwankenden Schiff unterwegs zu sein.
  • Der Benommenheitsschwindel ist eigentlich kein Schwindel im engeren Sinn, aber vermutlich die häufigste Schwindelvariante. Unter ihm werden die von Betroffenen oft als „Düseligkeit“ beschriebenen Symptome zusammengefasst. Seine Ursachen sind sehr vielfältig.

Der Dreh- und häufig auch der Schwankschwindel haben ihre Ursachen in der Regel entweder im Gleichgewichtsorgan, das im Innenohr liegt, oder im Gehirn, wo es verschiedene Zentren gibt, in denen Gleichgewicht und Raumgefühl entstehen und gesteuert werden.

Der Benommenheitsschwindel oder das klassische „Schwarzwerden vor Augen“ entsteht zumeist im Herz-Kreislauf-System. Auch psychische Störungen können Schwindel verursachen. Erkrankungen der Wirbelsäule sind hingegen nur selten an der Entstehung von Schwindel beteiligt. Wichtig zu wissen ist, dass der Schwindel in kurzen und oftmals auch wiederkehrenden Attacken auftreten kann. Manchmal lassen sich klare Auslöser erkennen, wie zum Beispiel das Drehen auf die Seite im Bett oder das Aufstehen aus dem Liegen. Seltener ist der chronisch anhaltende Schwindel, der gar nicht von schwindelfreien Episoden unterbrochen wird.

Wer plötzlich unter Schwindel leidet, bekommt es schnell mit der Angst zu tun. Panik und Verunsicherung machen sich breit. Da sich Betroffene oft unsicher bewegen, so, als hätten sie Alkohol getrunken, wird die Situation von Mitmenschen bisweilen verharmlost und falsch eingeschätzt. Dies kann gefährlich sein, denn jeder akut auftretende Schwindel, der länger als eine Minute anhält, ist zunächst einmal Schlaganfall-verdächtig und damit ein potenzieller Notfall!


Der Balanceakt unseres Körpers

So selbstverständlich es uns erscheint, das Gleichgewicht zu halten und uns in einer dreidimensionalen Welt orientieren und bewegen zu können, so komplex ist das System dahinter. Der menschliche Körper muss dafür viele Informationen verarbeiten, die ihm unsere Sinne liefern. Dazu gehört das Sehen, die Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des eigenen Körpers im Raum sowie das Gleichgewichtsorgan. Die Schaltzentrale für das Verarbeiten aller Informationen und das Steuern der Muskulatur und Augenbewegungen ist das Gehirn. Vor allem Kleinhirn und Hirnstamm sind wesentlich für den Gleichgewichtserhalt. Permanent werden an unsere Muskeln und Augen Befehle geleitet, die unsere Position exakt austarieren – und dafür sorgen, dass wir die Balance halten können und uns im dreidimensionalen Raum wohlfühlen.


Die ersten Schritte zurück ins Gleichgewicht

Was Sie tun müssen, wenn Sie unter Schwindel leiden

Was ist zu tun, wenn man plötzlich aus dem Gleichgewicht gerät? Das Wichtigste: Nehmen Sie einen Schwindelanfall nicht auf die leichte Schulter, denn hinter ihm kann eine ernsthafte Erkrankung stecken. Die Spannbreite des Symptoms Schwindel ist relativ groß. So kann ein akuter Drehschwindel schon nach weniger als einer Minute wieder abgeklungen sein. In diesem Fall liegt wahrscheinlich eine ungefährliche Ursache vor. Dennoch sollten Sie bald Ihren Hausarzt aufsuchen und von dem Schwindel berichten. Möglicherweise überweist er Sie zur Sicherheit an einen HNO-Arzt. Ein akuter Drehschwindel kann aber auch mit einer Hörminderung sowie ungewohnten Ohrgeräuschen (Tinnitus) einhergehen. Hierbei sollten Sie sich direkt zu einem HNO-Arzt in die Notfallambulanz begeben.

Jeden akut auftretenden Drehschwindel, der sich innerhalb einer Minute nicht gelegt hat oder der sich wiederholt, sollten Sie als Notfall auffassen, denn dahinter könnte sich ein Schlaganfall verbergen. Daher gilt in solchen Fällen: Sofort 112 anrufen! Das sollten Sie erst recht tun, wenn Sie ein Schwindee ereilt, bei dem Sie andere neurologische Symptome bemerken, zum Beispiel Doppeltsehen, undeutliches Sprechen, die Unfähigkeit zu gehen und zu stehen oder eine Halbseitenlähmung. In jedem Fall ist es wichtig, dem Arzt so viele Informationen wie möglich zu liefern. Umso leichter fällt ihm daraufhin die Diagnosestellung. Handelt es sich um einen Dreh- oder Schwankschwindel? Ist der Schwindel von Dauer oder tritt er attackenartig auf und wie lange dauern in diesem Fall die Attacken? Ist er nur bei Körperbewegungen oder bereits in Ruhe spürbar? Begleiten den Schwindel Symptome, zum Beispiel Kopfschmerzen?

Ins Auto steigen und selbst zum Arzt fahren, dürfen Sie allerdings nicht. Denn wer von einem Schwindel betroffen ist, ist nicht mehr fahrtauglich, auch wenn dieser sich gleich wieder legt. Schließlich könnte er schon im nächsten Moment wieder auftreten.


Gute Besserung mit der richtigen Behandlung

Ein Einblick in die verschiedenen Diagnostik- und Therapieformen bei akutem und chronischem Schwindel

Der Schwindel stellt für Betroffene eine große und möglicherweise auch gefährliche Belastung dar. Die gute Nachricht: Wird die dem Schwindel zugrunde liegende Erkrankung exakt diagnostiziert, ist er in der Regel erfolgreich behandelbar. Neben ausführlicher Befragung und körperlicher Untersuchung kommen apparative Zusatzuntersuchungen wie die Ultraschalluntersuchung der gehirnversorgenden Gefäße, die kalorische Testung der Gleichgewichtsorgane oder der Kopfimpulstest zum Einsatz. Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, wird noch in der Notfallsituation eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt. Wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind, kann gegebenenfalls auch eine ambulante psychologische Vorstellung sinnvoll sein, da zum Beispiel auch Angst Schwindel hervorrufen kann.

„Hier spielen das Zusammenwirken belastender Situationen oder bestimmte Gedanken, die der Betroffene während des Schwindels hat, eine Rolle“, erläutert Prof. Dr. Andreas Bitsch, Chefarzt der Klinik für Neurologie an den Ruppiner Kliniken. „Auch stellen wir dem Patienten Fragen zu psychischen Faktoren, die möglicherweise schwindelauslösend oder verstärkend sind, wobei es sich zum Beispiel um eine Depression handeln kann.“

Therapien gegen Schwindel

Ihr Facharzt kann Sie während einer ambulanten Vorstellung umfassend zu den individuellen Ursachen des Schwindels sowie zu den interdisziplinären Behandlungsmöglichkeiten beraten. Zu ihnen zählen beispielsweise ein systematisches Gleichgewichtstraining, eine Desensibilisierungs-Therapie sowie verschiedene Entspannungsverfahren. Je nach Diagnose kann Ihnen eine medikamentöse Therapie weiterhelfen. Beim Schlaganfall kann das Blutgerinnsel, das eine Hirnarterie verstopft, gegebenenfalls medikamentös aufgelöst werden. „Das gelingt aber nur innerhalb der ersten Minuten und Stunden nach Beginn der Symptomatik“, erklärt Prof. Dr. Andreas Bitsch. „Daher ist es von so immenser Wichtigkeit, so schnell wie möglich eine geeignete Notfallambulanz aufzusuchen, in der Regel mit Hilfe des Rettungsdienstes unter 112.“

Die akute Entzündung des Gleichgewichtsnervs kann mit Kortison behandelt werden. Den Schwindel unterdrückende Medikamente ändern nichts an dessen Ursache, können das Symptom Schwindel aber lindern, was von Patienten als angenehm empfunden wird. Eine langfristige Behandlung mit diesen Medikamenten ist in der Regel aber nicht sinnvoll.

Physikalische Therapien können Ihnen als Patient ebenfalls Linderung verschaffen, zum Beispiel beim gutartigen Lagerungsschwindel. Diese Schwindelart entsteht, wenn sich Kristalle im Innenohr ablösen, in dessen Bogengänge gelangen und sich dort als Teilchen ablagern. Während der Therapie helfen verschiedene Körper- und Kopflagerungsübungen, die Teilchen aus dem Gleichgewichtsorgan zu entfernen.

Ist der Schwindel psychisch bedingt, können auch psychotherapeutische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Verhaltenstherapie, Erfolg bringen. In manchen Fällen kann auch eine Kombination verschiedener Therapien gute Wirkung erzielen.

Doch ganz gleich, um welche Schwindelart es sich bei Ihnen handelt – ob Dreh- oder Schwankschwindel, Lagerungs- oder Angstschwindel – jede Form muss je nach Ursache und Art ganz individuell behandelt werden.

Demenz

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Wenn das Leben wie ein weißes Blatt Papier erscheint

Die Krankheit Demenz, ihre unterschiedlichen Formen, und wie man sie diagnostiziert und behandelt

„Hab ich den Herd ausgemacht? Die Wohnungstür abgeschlossen? Und wie heißt noch mal der Nachbar, der immer so nett grüßt?“ Wer hat sich derlei Fragen nicht selbst schon mal gestellt. Vor allem ältere Menschen sind unsicher, ob sie in solchen Fällen nur vergesslich sind oder vielleicht schon an Demenz leiden. Hin und wieder mal den Faden im Kopf zu verlieren, ist normal. Geschieht dies jedoch häufig und kehrt das Vergessene auch nach längerem Grübeln nicht wieder, macht es Sinn, einen Arzt zu kontaktieren.
Ohne Geist, bedeutet Demenz übersetzt. Das trifft es genau, denn die Krankheit führt zu einem stetigen Abbau geistiger Fähigkeiten. Etwa 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland betroffen. Sie vergessen nicht nur Details, ihnen entfallen ganze Tagesabläufe. Alltägliches zu erledigen wird zur Herausforderung, und das vertraute Umfeld wird nach und nach fremd.

Erste Symptome

„Es treten verstärkte Defizite im Bereich Kognition auf – vom Kurz- und Langzeitgedächtnis sowie dem Urteilsvermögen über die Auffassung und Orientierung bis zur Sprache“, erklärt Prof. Dr. Joachim Behr, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an den Ruppiner Kliniken. „Weitere Defizite betreffen die Emotionen sowie die soziale Interaktion.“ In der Summe kann dies das gesamte Verhalten und die Persönlichkeit ändern.
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an Demenz zu erkranken. Zwar gibt es einige seltene Formen, an denen jüngere Menschen leiden, doch allgemein gilt die Demenz als die Krankheit des Alters. Etwa 1,2 Prozent der 65- bis 69-Jährigen sind betroffen – und bereits 13,3 Prozent der 80- bis 84-Jährigen. Bei Menschen, die über 90 Jahre alt sind, leidet sogar jeder Dritte unter Demenz. Außer dem Alter gelten auch das weibliche Geschlecht sowie Erkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes als Risikofaktoren. Auch die Erbanlagen können eine Rolle spielen.
„Oft wird die Demenz im Volksmund mit Alzheimer verwechselt“, sagt Prof. Behr. Alzheimer ist jedoch eine konkrete Form der Demenz, wenngleich sie etwa 60 Prozent aller Demenzerkrankungen ausmacht. Nur zu etwa einem Fünftel ist dagegen die vaskuläre Demenz vertreten, die durch Gefäßverengungen verursacht wird, und zu einem Zehntel einige seltenere Arten wie die frontotemporale Demenz, so der Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie.

Ambulante und stationäre Diagnosen

Ob ein Mensch an einer Demenz leidet oder nicht, lässt sich durch verschiedene Diagnoseformen ermitteln.
„Zunächst führen wir eine Blutuntersuchung im Labor durch“, sagt Prof. Behr. „Besonders bei Verdacht auf Alzheimer oder eine entzündlich bedingte Demenz wenden wir auch die Liquordiagnostik an.“ Hierbei wird dem Rückenmark, vereinfacht ausgedrückt, „Nervenwasser“ entnommen. Danach wird die als Liquor bezeichnete Flüssigkeit labortechnisch analysiert. Die dritte Säule der Diagnostik ist die bildgebende Untersuchung des Gehirns mittels Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztherapie (MRT). Nicht zuletzt führt das Team um Prof. Behr eine neuropsychologische Untersuchung durch.

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Behandlungsmöglichkeiten

Die meisten Formen einer Demenz sind nicht heilbar. Wer bereits daran erkrankt ist, findet an den Ruppiner Kliniken umfassende Hilfe. Mit der richtigen Therapie können die Symptome der Krankheit verringert oder zumindest für eine Zeit lang stabilisiert werden. Der Erfolg der Therapie hängt dabei von der jeweiligen Ursache der Erkrankung sowie von deren Stadium ab.
„Bei der Behandlung setzen wir auf zwei wichtige Säulen“, erklärt Prof. Behr. „Die erste ist die medikamentöse Therapie.“ Durch entsprechende Pharmaka können Gedächtnis- und Denkstörungen, aber auch Verhaltensauff älligkei-ten oder psychische Probleme wie Depressionen und Wahnvorstel-lungen behandelt werden. „Die zweite Säule ist die nicht-medika-mentöse Therapie. Dabei setzen wir gezielt Übungen und Strategien ein, um die kognitiven Fähigkeiten und Alltagskompetenzen der Patienten aufrechtzuerhalten. Wir trainieren die Hirnleistung, wenden die Ergo- sowie die Musiktherapie an und vermitteln soziale und pflegerische Unterstützung. Auch die Aufklärung der Angehörigen ist ein wichtiger Baustein der Therapie.“

Demenz vorbeugen

Eine gesunde Lebensweise kann vor Demenz schützen. Verschiedene Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung sowie eine ausgewogene und fettarme Ernährung – unterstützt durch ungesättigte Fettsäuren sowie den Verzicht auf Alkohol und Tabak – einer Demenz wirksam vorbeugen kann.
Um die Demenzforschung zu vertiefen, beteiligen sich die Ruppiner Kliniken als Hochschulklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg mit anderen Gesundheitseinrichtungen des Landes am Aufbau eines Gesundheitscampus. Sein Ziel: Eine vernetzte Forschung, um an Demenz erkrankten Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen.


Damit der Alltag nicht ins Vergessen gerät

Wie demenzkranke Patienten ihre Fähigkeiten erhalten können, den Alltag aktiv zu meistern

Für die meisten Menschen sind die Handgriffe des Alltags so selbstverständlich, dass sie nicht mehr über sie nachdenken. Doch was, wenn man sie nach und nach vergisst und, statt eine gewohnte Handlung zu verrichten, auf einmal vor der Frage steht, was man denn nun eigentlich tun soll?

In diesem Fall kann die Ergotherapie ein wirksames Instrument sein, um das tägliche Leben wieder neu zu erlernen.
„Wir können Menschen, die durch Demenz ihre geistigen Fähigkeiten einbüßen, dabei helfen, individuelle Handlungsfähigkeiten im täglichen Leben zu entwickeln, zu bewahren oder zurückzugewinnen“, sagt Julia Engelland, Leiterin der Ergotherapie an den Ruppiner Kliniken. Die Ergotherapeutin und Psychomotorikerin hebt in diesem Zusammenhang vor allem das ADL-Training hervor. Genauer gesagt bedeutet das: „Aktivitäten des täglichen Lebens“ zu trainieren. Es hilft Menschen gezielt, an den Bereichen Arbeit, Erholung und Familie wieder aktiv teilzuhaben.

Ob waschen, anziehen oder laufen, sprechen, schreiben oder telefonieren, ob bügeln, Bus fahren oder Bankgeschäft, einkaufen, kochen oder Fitness treiben – das Team um Julia Engelland sorgt mit vielfältigen Möglichkeiten dafür, dass insbesondere demenzkranke Menschen ihre alltäglichen Handlungsabläufe wieder bewusst erlernen und erfolgreich abspeichern können.

Für den Bereich Kochen & Co verfügt die Ergotherapie an den Ruppiner Kliniken auch über eine eigene Therapieküche – mit Herd, Geschirrspüler und Waschmaschine. Hier können die Patienten ganz gezielt all das trainieren, was den Alltag am Laufen hält.

„Wir helfen unseren Patienten, in den vielfältigen Bereichen des Lebens die Hürden, die ihnen die Krankheit in den Weg stellt, zu überwinden.

Das Ziel des Trainings ist es, dass die Betroffenen sämtliche Aktivitäten erhalten und sie auch in Zukunft selbstständig durchführen können.


Umdenken für eine bessere Versorgung

Über die Pläne der Ruppiner Kliniken, ein demenzsicheres Krankenhaus zu werden

Wie kann das Krankenhaus der Zukunft den Herausforderungen dementieller Erkrankungen besser begegnen?

Diese Frage haben sich die Ruppiner Kliniken gestellt – mit dem Ergebnis, dass ab dem kommenden Jahr konkrete Pläne für ein demenzsicheres Krankenhaus umgesetzt werden können, das Betroffenen von Anfang an eine optimale Behandlung bietet.

Von Anfang an bestmöglich versorgt

Etwa zehn Prozent aller Krankenhauspatienten leiden an Demenz – und der demographische Wandel sorgt für eine steigende Tendenz. Denn das Alter gilt als Risikofaktor Nummer eins für die Entstehung der Krankheit. Sie rechtzeitig zu erkennen, ist eine besondere Herausforderung – sowohl für Betroffene und Angehörige als auch für Ärzte.

Um in Zukunft Patienten mit Demenz von Anfang an eine bestmögliche Versorgung zu ermöglichen, verfolgen die Ruppiner Kliniken gezielte Maßnahmen: von der Aufnahme über die Behandlung bis zur Entlassung.

So soll schon bei der stationären Aufnahme ein Screening klären, ob Patienten unter einer dementiellen Erkrankung leiden. Zudem sollen Angehörige noch besser einbezogen werden, um persönliche Angaben und Vorlieben sowie Informationen zur Anamnese zu liefern.

Sich geborgener fühlen

Demenzkranken Menschen fällt es schwer, eine fremde Umgebung anzunehmen. Deshalb sind die Patientenzimmer, die Station sowie die Abläufe weitgehend an die Bedürfnisse der Patienten angepasst – zum Beispiel durch eine angenehme Farb- und Lichtgestaltung. Hinzu kommen Orientierungshilfen und Sicherheitsvorkehrungen. Diverse Gruppenangebote für die Patienten helfen, den Tagesablauf zu strukturieren und somit die körperlichen und geistigen Fähigkeiten zu erhalten.

Vernetzt für die Patienten

Für eine optimierte Behandlung der Betroffenen arbeiten die Ruppiner Kliniken in Zukunft verstärkt mit Experten zusammen, die sensibel und erfahren auf die jeweiligen Bedürfnisse der Betroffenen eingehen – Menschen wie zum Beispiel Demenzbegleiter, Ehrenamtler, aber auch Angehörige. Die Vernetzung mit Pflegediensten, Hausärzten, Nachversorgern sowie Selbsthilfegruppen ist ein Baustein für ein demenzsicheres Krankenhaus, der auch einen wesentlichen Beitrag für eine nachstationäre Versorgung gewährleistet. Überdies werden die Ruppiner Kliniken auch die Schulungs- und Fortbildungsangebote zum Thema Demenz erweitern.

Diese Maßnahmen werden dazu beitragen, die Lebens- und Versorgungsqualität von Menschen mit Demenz während ihres Krankenhausaufenthaltes signifikant zu steigern.

Schmerztherapie

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Der Schlüssel für ein Leben mit weniger Schmerzen

Wie man Schmerztherapien durch fachübergreifende Maßnahmen wirksamer für Patienten macht

Auf einmal ist er da, der Schmerz, und alarmiert unsere Sinne, dass etwas in uns nicht so funktioniert, wie es eigentlich soll. Es liegt in unserer Natur, diesen ungebetenen Gast so schnell wie möglich wieder loswerden zu wollen. Doch erweist er sich oft als hartnäckig, und nicht selten wird er sogar zum permanenten Begleiter. Ein wirksames Gegenmittel ist hierbei die Schmerztherapie. Sie zielt darauf ab, den Schmerz zu erkennen, ihn genau zu lokalisieren und zu beseitigen oder auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Möglichst rasch kann dies mit der akuten Schmerztherapie gelingen. In der Regel werden dabei verschiedene Medikamente eingesetzt. Bei chronischen Schmerzen ist dagegen oft mehr Geduld gefragt. Hier peilen die zur Verfügung stehenden Therapieformen eher mittel- bis langfristige Zeiträume an.

Die Multimodale Schmerztherapie

Chronische Schmerzen entstehen nicht nur im Körper, sie wirken sich auch im Kopf aus und greifen die Psyche an. Eine wirksame Therapie gegen dauerhaften Schmerz sollte daher weiter greifen als nur medikamentös. Ein vielseitiges Instrument gegen chronische Schmerzen ist die multimodale Schmerztherapie. Sie umfasst neben der medizinischen Behandlung auch die körperliche Aktivierung durch physio- und ergotherapeutische Maßnahmen und bietet zudem psychologische Betreuung und Stressbewältigung. Überdies werden Patienten intensiv informiert und geschult, wie sie chronischen Schmerzen am besten begegnen. Vor allem bei den vielen Arten von Rückenschmerzen ist die multimodale Schmerztherapie in ihrer Effektivität einer Operation oder Injektionstherapie überlegen. Dies belegen nicht zuletzt umfangreiche Untersuchungen verschiedener Krankenkassen.

Fachübergreifend gegen den Schmerz organisiert

An den Ruppiner Kliniken bietet die Schmerztherapie ein weit gefächertes Spektrum an Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten auf der Grundlage einen interdisziplinären Spezialistenteams. Wird ein schmerztherapeutisches Konsil benötigt, also eine patientenbezogene Beratung von Ärzten durch einen entsprechenden Experten, kann dies rund um die Uhr von jeder Fachabteilung angefordert werden. Je nachdem, ob ein Patient unter akuten oder chronischen Schmerzen, unter Tumor- oder Schmerzen nach einer Operation leidet, kann so auf kürzestem Weg diagnostiziert und eine passende Therapieempfehlung ausgesprochen werden.

Qualitätssicherung für den Therapieerfolg

Grundlage für eine erfolgreiche Schmerztherapie sind entspre-hende Leitlinien. Sie lassen sich flexibel an die Bedürfnisse der einzelnen Fachabteilungen anpassen. Unter der Federführung von Dr. Nicola Apitz, Fachärztin für Neurologie und Spezielle Schmerztherapie, werden diese Leitlinien an den Ruppiner Kliniken regelmäßig aktualisiert. Auf diese Weise bleiben sie stets auf dem neuesten Stand der Medizin. „Unser Ziel ist es, das Niveau des Schmerzes so gering wie möglich zu halten.“, sagt Nicola Apitz. „Denn je weniger Schmerzen Patienten haben, umso schneller genesen sie.“
In einer Arbeitsgruppe treffen sich regelmäßig alle in die Schmerztherapie involvierten Fachärzte. Dabei diskutieren sie aktuelle Fragen, Leitlinien und Standards.
Der dritte Baustein für eine erfolgreiche Therapie ist die Schmerzkonferenz – eine von der Landesärztekammer anerkannte Fortbildung. Einmal im Monat bietet diese Veranstaltung Patienten wie Ärzten die Chance, gemeinsam schwierige und komplexe Schmerzerkrankungen zu diagnostizieren, Untersuchungsergebnisse zu präsentieren und therapeutische Perspektiven zu entwickeln. So bildet die Qualitätssicherung an den Ruppiner Kliniken die Basis für eine wirksame Schmerztherapie, zugeschnitten auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten.


Eine wirksame Strategie gegen den Langzeitschmerz

Das Angebot der Ruppiner Kliniken: die Sprechstunde Schmerztherapie mit Dr. Nicola Apitz

Jeder von uns nimmt Schmerzen anders wahr. Manchmal haben sie körperliche, manchmal seelische Ursachen – und nicht selten wirkt beides zusammen. Schmerzen sind in der Regel ein unangenehmes Gefühl. Deshalb ist es nur allzu menschlich, dass wir uns vor ihnen fürchten. Doch sind sie erst einmal da, ist es wichtig zu wissen, wie wir mit ihnen umgehen, sie lindern und möglichst bald wieder loswerden können. Zu diesem Zweck gibt es an den Ruppiner Kliniken ein Angebot: die Ambulante Sprechstunde Schmerztherapie. In ihr steht Dr. Nicola Apitz allen Patienten mit chronischen Schmerzen, die schon länger als 6 Monate währen, mit Rat und Tat zur Seite. Die Fachärztin für Neurologie mit Zusatzbezeichnung Spezielle Schmerztherapie bietet ein umfassendes Leistungsspektrum: von der standardisierten Anamnese über die fundierte Analyse bis hin zur individuell auf den Patienten abgestimmten Therapie. Ein weiterer Bestandteil der Sprechstunde ist die eingehende Beratung, das Abstecken der jeweiligen Therapieziele sowie die Aufstellung eines inhaltlich und zeitlich gestuften Therapieplans unter Berücksichtigung des ermittelten Chronifizierungsstadiums. Dieses richtet sich nach dem Schmerzverlauf, dem Verhalten bei der Medikamenteneinnahme, der Inanspruchnahme des Gesundheitswesens sowie den psychosozialen Risikofaktoren. Außerdem vermittelt Nicola Apitz ihren Patienten effektive Strategien zur erfolgreichen Schmerzbewältigung. Das Sprechstundenangebot ist für alle geeignet, die an chronischen Rücken-, Kopf- oder Gesichtsschmerzen, Phantomschmerzen oder komplexen regionalen Schmerzsyndromen leiden. 

Ambulante Sprechstunde Schmerztherapie

Dr. Nicola Apitz
Fachärztin für Neurologie, Spezielle Schmerztherapie
Neurologische Funktionsabteilung
Ruppiner Kliniken Haus F, im Kellergeschoss

Sprechzeiten
Montag bis Freitag: 13.00 - 15.00 Uhr
und nach Vereinbarung

Anmeldung
Tel.: (03391) 39-3840
E-Mail: n.apitz@ruppiner-kliniken.de


Operation: Erfolgreiche Schmerzlinderung

Wie Patienten nach operativen Eingriffen schneller vom Schmerz befreit werden können

Die Nachwirkungen fast jeder Operation sind Schmerzen – mal mehr, mal weniger. Meist klingen sie in den Folgetagen wieder deutlich ab, aber auch diese Zeit muss erst einmal überstanden werden. Schmerzen bedeuten Stress für Körper und Geist und behindern somit den Heilungsprozess nach der Operation. Sie können sich negativ auf Ihre Beweglichkeit und Atmung, Ihre Konzentration und Motivation auswirken. Deshalb arbeiten die Ruppiner Kliniken daran, dass nach einer Operation so gut wie keine Schmerzen mehr auftreten. Um dies erfolgreich zu realisieren, greifen verschiedene Therapiekonzepte – individuell angepasst auf jeden Patienten. Dabei werden Betroffene zunächst nach der Intensität ihres Schmerzes befragt. Um dies effektiv einzuschätzen, hilft eine Messskala mit Werten von 0 bis 10. Auf dieser Grundlage erfolgt nun die Therapie, zum Beispiel als medikamentöse Maßnahme in Form von Tropfen oder Tabletten, Zäpfchen oder Infusionen. Sind die Schmerzen nach dem operativen Eingriff  zu stark, können auch diverse Opiate über einen Venenzugang mittels Schmerzpumpe verabreicht werden. Hierbei bestimmt der Patient die Dosierung, je nach Schmerzempfinden, selbst. Die beruhigende Wirkung setzt dabei nach etwa fünf Minuten ein. Eine ebenfalls bewährte Methode ist die Lokalanästhesie, bei der der schmerzaussendende Körperbereich örtlich betäubt wird. 

Selbst aktiv dem Schmerz begegnen

Bei aller medizinisch machbaren Unterstützung, den Schmerzen beizukommen, sie selbst zu beeinflussen ist ein noch besseres Rezept. Denken Sie immer daran, dass Schmerzen nach einer Operation normal sind und wieder verschwinden. Machen Sie sich Mut, dass Sie die Schmerzphase durchstehen. Auch bewusstes Atmen hilft, die Schmerzen zu beeinflussen, zum Beispiel, indem Sie ruhig ein- und verzögert ausatmen. Lenken Sie sich mit Musik oder einem schönen Buch ab. Auch Autogenes Training oder Muskelentspannung hilft Ihnen dabei, Ihre Schmerzen zu lindern.

Schlaganfall

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Auf einen Schlag ist alles anders

Warum jeder Schlaganfall ein Notfall ist und wie die moderne Medizin darauf reagiert

Als würde man im Kopf den Stecker ziehen. Auf einmal funktioniert im Hirn nichts mehr, wie es soll. Die Durchblutung streikt, der Sauerstoff fehlt, graue Zellen drohen abzusterben – und ganze Gehirnareale dauerhaft geschädigt zu werden.
So plötzlich ein Schlaganfall kommt, so bleibend können seine Folgen sein, von der leichten Alltagseinschränkung bis hin zur schweren Invalidität. Verursacht wird der Hirninfarkt durch ein Blutgerinnsel, das sich im Herz oder in der Halsschlagader gebildet hat und die Versorgung des Gehirns mit Blut kappt.
Deutschlandweit ist ein Schlaganfall die dritthäufi gste Todesursache, jährlich erleiden ihn etwa 270.000 Menschen. Die meisten sind über 60 Jahre alt. Doch genauso kann es weit Jüngere bis hin zu Neugeborenen treff en. Ob alt oder jung, für alle gilt: Jede Sekunde zählt, denn jeder Schlaganfall ist ein Notfall.

Drei Ziffern, die Leben retten können

„Die Symptome eines Schlaganfalls haben eins gemeinsam: Sie kommen schlagartig“, sagt Prof. Dr. Andreas Bitsch, Chefarzt der Klinik für Neurologie an den Ruppiner Kliniken. Ob Gefühlsstörung oder Gesichtslähmung, Seh- oder Sprachstörung, Schwindel oder halbseitige Lähmung, in jedem Fall gilt es, schnell zum Telefon zu greifen und die „112“ zu wählen.
„Auch ein plötzlich einsetzender, besonders starker Kopfschmerz kann ein Symptom sein“, erklärt Andreas Bitsch. „Dabei sollte man keine Zeit verlieren und sofort den Notruf wählen, selbst wenn die Symptome schnell wieder abklingen.“ Der Facharzt für Neurologie weiß aus langer Erfahrung: „Gerade Menschen mit einem leichten Schlaganfall gehen oft zu spät oder gar nicht zum Arzt, weil sie die meist nur vorübergehend auftretenden Symptome falsch deuten.“ Dies erhöht jedoch nur das Risiko eines erneuten, sehr schweren Schlaganfalls.

Im Notfall rundum versorgt

Trifft der Notarzt ein, nimmt er gleich vor Ort die erste Diagnose vor. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall wird der Patient so schnell wie möglich ins nächste Krankenhaus gebracht – am besten in eins, das auf die Behandlung von Hirninfarkten mit modernster Medizin vorbereitet ist.
„In unserem Landkreis sind das bislang nur die Ruppiner Kliniken“, sagt Andreas Bitsch. „Hier verfügen wir über eine zertifizierte Stroke Unit.“ Die Intensiv-Überwachungseinheit sichert Patienten die schnellst- und bestmögliche Therapie, mit einem multiprofessionellen Team aus Ärzten und Pflegekräften sowie Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten. Vor der Überführung in die Stroke Unit wird eine Notfall-Computertomographie durchgeführt. Bestätigt sich der Verdacht eines Schlaganfalls, setzt unmittelbar die Therapie ein.
„Als Akutmaßnahme wenden wir meist die Lysetherapie an“, erklärt Andreas Bitsch. Dabei löst ein Medikament das Blutgerinnsel im Gehirn auf. Die Behandlung muss allerdings spätestens viereinhalb Stunden nach Auftreten der ersten Symptome erfolgen.
Auf der Stroke Unit wird nun umfassend das Krankheitsbild diagnostiziert: Was war die Ursache des Schlaganfalls? Wie stark ist der Patient betroffen? Parallel überwacht ein Spezialistenteam Blutdruck, Blutzucker, Puls, Atmung und Körpertemperatur. Bei Veränderungen kann es umgehend reagieren und so bleibende Schäden vermeiden.
Schon am nächsten Tag starten die Rehamaßnahmen. Je nach Symptom übernehmen Physio-, Ergo- oder Sprachtherapeuten diese Aufgaben. Das Ziel ist für alle Beteiligten eins: Dem Patienten wieder einen weitgehend selbständigen Alltag zu ermöglichen.


Ausgezeichnete Bedingungen für eine bessere Behandlung

Die Stroke Unit der Klinik für Neurologie in Neuruppin ist zertifiziert für die optimale Therapie bei Patienten mit Schlaganfall

Es ist noch nicht lange her, da konnten Ärzte dem Schlaganfall wenig entgegensetzen. Bis zum Beginn der Neunzigerjahre beschränkte sich die Therapie darauf, betroffene Patienten zu beobachten und zu pflegen. Wirksame Medikamente? Fehlanzeige. Meist wurde das Blut verdünnt oder die Blutgerinnung mit Heparin gehemmt. Beides wird heute nur noch selten angewandt.
Erst als sich die ersten Stroke Units etablierten, änderten sich die Möglichkeiten gravierend. An einer Stroke Unit profitieren Patienten von einer optimalen apparativen Ausstattung, reibungslosen Abläufen, einem lückenlosen Monitoring sowie einem speziell trainierten interdisziplinären Team. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Patienten, die auf einer Stroke Unit behandelt werden, minimieren deutlich das Risiko, an ihrem Schlaganfall zu sterben oder schwere Folgeschäden davonzutragen.

Zertifiziert zum Wohl des Patienten

2009 erhielt die Stroke Unit der Klinik für Neurologie zum ersten Mal das Zertifi kat der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. 2012 und 2015 wurde es erneuert.„Dadurch lässt sich die Qualität unserer Arbeit auch nach objektiven Maßstäben messen“, erklärt Prof. Dr. Andreas Bitsch, der die Zertifizierung initiierte. „Außerdem können wir Strukturen überprüfen und optimieren sowie die Qualität der Patientenversorgung verbessern.“ Überdies ist so eine Auszeichnung auch eine große Motivation für alle Mitarbeiter. Und das merken vor allem die Patienten.

Neue Möglichkeiten der Behandlung

Ein Zertifizierungsprozess ist häufig auch ein Impuls, neue Therapieverfahren einzusetzen. So wurde an den Ruppiner Kliniken zum Beispiel ein neuroradiologisches Verfahren etabliert, bei dem mit Hilfe eines Katheters das Gerinnsel in einer hirnversorgenden Arterie entfernt werden kann. Und in einem anderen Verfahren kann Menschen geholfen werden, die mit den Symptomen eines Schlaganfalls aufwachen und dadurch nicht sicher wissen, wann diese begonnen haben. Mit Hilfe einer Magnetresonanztherapie (MRT) kann dieser Zeitpunkt nun ziemlich genau bestimmt werden, was auch bei diesen Patienten die so wichtige medikamentöse Lysetherapie ermöglicht.
Doch auch die modernsten Möglichkeiten der Medizin setzen eines voraus: den Schlaganfall als Notfall zu erkennen und sofort zu handeln. Deshalb gilt: Zeit ist Hirn.


So weichen Sie dem Schlaganfall gezielt aus

Eine gesunde Ernährung und mehr Fitness als Schlüssel gegen den Hirninfarkt

Der Schlaganfall ist deutschlandweit der häufigste Grund für Invalidität. Mittlerweile ereignet er sich sogar häufiger als der Herzinfarkt. Mit einer gesunden Lebensweise sorgen Sie aktiv vor und reduzieren somit das Risiko eines Schlaganfalls deutlich.
Begünstigt wird ein Hirninfarkt durch Faktoren wie Bluthochdruck und Bewegungsmangel, Rauchen und Diabetes sowie ein erhöhter Cholesterinspiegel. Diese Faktoren lassen sich mit relativ einfachen Mitteln vermeiden: durch ausrei-chend Bewegung und eine gesunde Ernährung.

In Bewegung bleiben

Wer aktiv Sport treibt, senkt den Blutdruck. Dabei geht es nicht um Rekordleistungen, sondern um Regelmäßigkeit. Bereits ein flotter Spaziergang am Abend, eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer oder ein paar Bahnen in der Schwimmhalle wirken Wunder. Die Faustregel heißt: 5 Mal 30 Minuten die Woche. Doch auch weniger Körpereinsatz ist ein guter Schutz gegen den Schlaganfall. Und wenn Sie lieber gemeinsam statt einsam trainieren, finden Sie sicher eine Sportgruppe in Ihrer Nähe.

Auch beim Genuss ist weniger mehr

Auch das Thema Ernährung bietet ein wirksames Rezept gegen das Risiko Schlaganfall. Ein guter Richtwert ist: Alles in Maßen statt in Massen. So senkt ein geringerer Salzverbrauch Ihren Blutdruck ebenso wie der Genuss von weniger fettem Fleisch. Und wenn Sie als Naschkatze einfach mal die eine oder andere Schlemmerei links liegen lassen, sich eher mediterran ernähren und Alkohol oder Fast Food nur moderat konsumieren, beugen Sie nicht nur einem Schlaganfall vor, sondern verlieren zudem auch ein paar überflüssige Kilos.

Diabetes

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Gegen Diabetes mehr in Bewegung setzen

Wie man durch ausgewogene Ernährung und regelmäßigen Sport der Zuckerkrankheit entgegenwirken kann

Für eine Krankheit ist es ein erstaunlich wohlwollender Name: „Diabetes mellitus“ – „honigsüßer Durchfluss“. Doch er beschreibt plastisch, worum es bei dem landläufig als Zuckerkrankheit bezeichneten Volksleiden geht: die Ausscheidung von Zucker im Urin. „Weltweit sind rund 422 Millionen Menschen zuckerkrank“, sagt Frank Merten, Leiter des Rehazentrums „Alte Schwimmhalle“ in Neuruppin. „In Deutschland sind gut 6 Millionen betroffen – Tendenz stark steigend.“

Sport als wirksames Gegenmittel

Der am weitesten verbreitete Diabetes ist der Typ 2. Als dessen Hauptursachen gelten Übergewicht und Bewegungsmangel. „Sport ist das optimale Rezept, um Diabetes vorzubeugen“, erklärt Frank Merten. Dabei senkt Sport nicht nur den Blutzuckerspiegel, er regt auch die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen an und hilft beim Abnehmen. Wichtig dabei: die Konstanz. Denn nur, wer regelmäßig Sport treibt, kann auch den Blutzuckerlangzeitwert HbA1c senken. Dieses Hämoglobin wird gern auch als das Gedächtnis des Blutzuckers bezeichnet.

Ihr Arzt ist gefragt

Bevor Sie Ihren sportlichen Ehrgeiz in die Praxis umsetzen, beachten Sie bitte Folgendes: Leiden Sie schon länger als 10 Jahre an Diabetes? Sind Sie Diabetiker und bereits über 35 Jahre alt? Dann sollten Sie vor der Aufnahme eines Trainings unbedingt mit Ihrem Hausarzt sprechen. „Es gibt jedoch in jedem Fall vielfältige Möglichkeiten, trotz Krankheit Sport zu treiben“, meint Frank Merten vom Rehazentrum. „Selbst eine diabetische Folgeerkrankung hindert nicht daran.“  Ob Schwimmen oder Walken, Ballsport oder Krafttraining – entscheidend ist das Maß und ob die Sportart zum Patienten passt. Nach dem Gespräch und der Untersuchung bei Ihrem Hausarzt können Sie gemeinsam mit einem Sporttherapeuten einen auf Sie zugeschnittenen Bewegungsfahrplan zusammenstellen. Dazu ermittelt der Therapeut beispielsweise mittels einer Leistungsanalyse, was Sie sich sportlich zutrauen dürfen. Im Ergebnis können Sie nun beruhigt mit einer optimal zu Ihnen passenden Sportart an den Start gehen. Das Rehazentrum „Alte Schwimmhalle“ bietet Ihnen dafür verschiedene Kurse, die Spaß machen und gesund sind. „Dazu halten wir für unsere Patienten viele Ernährungstipps parat“, sagt Frank Merten. Denn nur, wenn Bewegung und Ernährung ineinandergreifen, kann im Ergebnis auch mehr Gesundheit herauskommen.


Wenn bei kleinen Patienten Diabetes zum Alltag gehört

Dr. Peter Kroschwald im Interview zu dem deutschlandweit immer häufiger vorkommenden Diabetes bei Kindern

Dr. Peter Kroschwald, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin an den Ruppiner Kliniken, spricht über den Umgang mit Diabetes bei Kindern, wie man die Krankheit behandelt und wie Kinder und Eltern besser ins Thema kommen:

Wie unterscheidet sich Diabetes bei Kindern von Diabetes bei Erwachsenen?
Bei Erwachsenen diagnostizieren wir meist den Diabetes Typ 2. Bei Kindern ist der Typ 1 viel weiter verbreitet. Hierbei werden die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Insulin produzieren, zerstört. Die Körperzellen speichern somit kaum oder keine Glukose, und der Blutzuckerspiegel erhöht sich.

In welchem Alter tritt die Krankheit auf?
Die meisten Kinder und Jugendlichen, bei denen wir die Diagnose stellen, sind 10 bis 15 Jahre alt, einige sind sogar deutlich jünger. Übrigens beobachten wir jährlich einen Anstieg der Erkrankungsraten.

Wie gehen Kinder mit der eigenen Erkrankung um?
Diabetes ist eine Diagnose, die das Leben verändert. Es kann ziemlich belastend sein, sich neben der Schule auch um seine Krankheit kümmern zu müssen. Be sonders in der Pubertät stört das. Dabei können die Kinder das Gleiche machen wie ihre gesunden Mitschüler auch: zum Beispiel Schulsport treiben oder auf Klassenfahrt gehen. Man muss die Erkrankung ans Leben anpassen, und nicht umgekehrt.

Was müssen Eltern beachten?
Diabetes ist nicht ansteckend und niemand kann etwas für die Erkrankung. Aber jeder aus dem Umkreis des betroffenen Kindes sollte wissen, was Diabetes ist und wie man damit umgeht. Zum Beispiel bei den Mahlzeiten: Es darf alles gegessen werden. Doch vorher müssen Kohlenhydrate in Broteinheiten umgerechnet werden, danach wird der Blutzucker kontrolliert und Insulin gespritzt. Ab sechs Jahren kann das Kind den Blutzucker allein kontrollieren und sich selbst spritzen.

Was ist im Notfall zu tun?
Da der Stoffwechsel bei Kindern labiler als bei Erwachsenen ist, ist der kindliche Diabetes anspruchsvoller. Etwa zehn Prozent der erkrankten Kinder werden im Koma ins Krankenhaus gebracht. Im akuten Fall geben wir Insulin über eine Infusion. Die Kinder bleiben zwischen 8 und 14 Tagen auf Station. Hier steht ein Diabetes-Team aus Kinderdiabetologin, Diabetes- und Ernährungsberater, Psychologen und Sozialarbeiter bereit.

Wie können Eltern und Kinder mehr zum Thema erfahren?
Wir schulen Eltern und Kinder zum Beispiel während des Klinikaufenthaltes, mit der Krankheit im Alltag umzugehen. Da geht es dann um Fragen zur Ernährung und Bewegung und zum Insulin. Dazu bieten die Ruppiner Kliniken als einzige Einrichtung im Nordwesten von Brandenburg eine Diabetes-Sprechstunde an, zu der regelmäßig über 40 Diabetikerkinder kommen. Außerdem halten wir Vorträge in Kitas und Schulen. Dabei klären wir Lehrer und Mitschüler über die Krankheit auf und nehmen die Angst vor ihr. Dadurch lässt sich zum Beispiel vermeiden, dass sich erkrankte Kinder ihr Insulin heimlich auf der Schultoilette spritzen. Es ist eine ziemlich große Aufgabe, die diese Kinder jeden Tag selbst leisten müssen. Wir versuchen, sie und ihre Eltern dabei so gut es geht zu unterstützen.


Weniger Gewicht für mehr Gesundheit

Eine gesunde Ernährung als Schlüssel gegen die häufigste Form von Diabetes

Wie heißt es so schön in der Medizin: „Erst kommt die gesunde Ernährung, dann kommt das lange Leben.“ Doch wie ernähren Sie sich so, dass Sie abnehmen? Wie gelingt das dauerhaft? Und wie klappt das mit der schlankeren Figur trotz Insulintherapie?

Eine Umstellung der Ernährung und eine damit verbundene Gewichtsabnahme sind besonders beim häufigsten Diabetes Typ 2 ein probates Mittel, um der Erkrankung wirksam entgegenzusteuern. „Immerhin haben mehr als 75% der Menschen, die unter Diabetes leiden, auch Übergewicht“, sagt Anja Bath, Diabetesassistentin an den Ruppiner Kliniken. Dabei kann bei vielen Diabetikern ein moderates Reduzieren der überflüssigen Pfunde die Einnahme von Diabetes-Medikamenten teilweise oder in manchen Fällen sogar ganz ersetzen.

„Als Faustregel gilt: nicht mehr Kalorien aufnehmen als die, die Sie auch verbrauchen“, so Anja Bath. „Sonst steigt nicht nur Ihr Gewicht, sondern auch der Blutzuckerwert.“ Täglich Kalorien einzusparen, ist schon mit einfachen Mitteln umsetzbar: weniger zuckerhaltige Fruchtsäfte, kleinere Portionen, keine süßen Betthupferl, mit dem Essen aufhören, wenn Sie satt sind. Von Anfang an wichtig für den dauerhaften Erfolg: „Verzichten Sie nicht langfristig auf etwas, das Ihnen schmeckt. Das Entscheidende ist immer das Maß.“

Wer als Diabetiker auf eine Insulintherapie angewiesen ist, neigt häufig zu der Annahme, aufgrund der verstärkten Insulinzufuhr keine Chance zum Abnehmen zu haben. „Das ist ein weit verbreiteter Irrtum“, weiß Anja Bath. „Wenn Sie zum Beispiel die Portionsgröße reduzieren, muss – in Absprache mit dem Arzt – auch die Insulinmenge angepasst werden, um Unterzuckerungen zu vermeiden. Nur so haben Sie eine Chance, Ihr Gewicht zu reduzieren.


Was ist ein Diabetes?

Bei einem Diabetes kann der Körper den Blutzucker nicht mehr selbst im Gleichgewicht halten, da Insulin nicht produziert wird oder nicht wirkt. Die Medizin unterscheidet diverse Arten von Diabetes. Zu den am stärksten verbreiteten zählen Typ 1 und Typ 2.

Beim Typ 1 bewirkt ein Defekt im Immunsystem, dass die Betazellen der Bauchspeicheldrüse angegriffen werden. Da sie das Hormon Insulin produzieren, steht dies dadurch kaum mehr zur Verfügung. In der Folge speichern die Körperzellen fast oder gar keine Glukose. Sie bleibt im Blut, und es kommt zu einer Hyperglykämie, einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Die Folgen sind z.B.: starker Durst und Harndrang, Müdigkeit, Gewichtsverlust , unscharfes Sehen sowie Übelkeit und Erbrechen.

Beim Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar Insulin, doch so wenig, dass die Menge nicht den Bedarf der Körperzellen deckt. Bei Typ-2-Patienten besitzen sie zudem eine Immunität gegen-über Insulin. Dies wiederum transportiert dadurch zu wenig Glukose aus dem Blut ins Gewebe – und die Zuckerkonzentration im Blut steigt an.

Gelenkerkrankung Arthrose

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Wenn sich jede Bewegung wie eine zu viel anfühlt

Wie man der Gelenkerkrankung Arthrose in Medizin und Alltag entgegenwirken kann

Im Leben ist es oft wie mit dem Wetter – zum Beispiel im Herbst des Lebens, wenn die Gesundheit unbeständiger wird. Für viele Menschen bringt das Alter Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen oder nachlassende Kondition mit sich – unangenehme Begleiter, die jedoch nicht immer ärztlich behandelt werden können oder müssen. Auch die Arthrose ist ein häufiges Altersleiden. Doch anders als manches Zipperlein handelt es sich bei ihr um eine sehr schmerzhafte Erkrankung mit Folgen. Typisch für sie ist ein übermäßiger Gelenkverschleiß, zum Beispiel an Hüfte oder Knie sowie in den Schultern oder Händen. Allein in Deutschland leiden etwa 5 Millionen Menschen unter Arthrose. Das macht sie auch in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und Orthopädie zu einem zentralen Behandlungsschwerpunkt.

Die Warnsignale des Körpers

„Unsere Gelenke bewegen uns das ganze Leben“, sagt Dr. Sven Handke, Chefarzt der Klinik. „Es ist normal, dass sie mit der Zeit verschleißen.“ Doch nicht alles, was zwickt und knackt, ist ein Anzeichen für eine Arthrose. „Sie beginnt mit einer Knorpelschädigung, die zum Beispiel durch Überbelastung oder durch ein schwaches Binde- und Knorpelgewebe ausgelöst werden kann.“ Der Gelenkknorpel baut sich ab, und der Knochen verändert sich, wodurch es zu starken Schmerzen kommen kann. Typisch für eine beginnende Arthrose ist der Anlaufschmerz – stechende Gelenkbeschwerden, die nach einer Ruhephase auftreten und erst während der Bewegung abklingen. Doch auch Belastungsschmerzen oder die Morgensteifigkeit eines Gelenks zählen zu klassischen Erkennungszeichen der Arthrose. Je nach Grad können auch Deformationen der Gelenke oder ein Gelenkerguss, eine Vermehrung der Flüssigkeit im Gelenk, auftreten.

So wird Arthrose erkennbar

Die Grundlage jeder Diagnose ist das Gespräch mit dem behandelnden Arzt. „Zunächst erfassen wir Art und Umfang der Schmerzen“, erklärt Dr. Sebastian Stern, Leiter der Praxis für Orthopädie im Medizinischen Versorgungszentrum Alte Schwimmhalle, „und beleuchten die Lebensgewohnheiten sowie mögliche Risikofaktoren, zum Beispiel, ob das Gelenk Verletzungen aufweist oder es schon mal operiert wurde.“ Nach der körperlichen Untersuchung, bei der auch Schwellun-gen und Schmerzpunkte ermittelt werden, wird mit einem bildgebenden Verfahren diagnostiziert – vornehmlich durch eine Röntgenuntersuchung. Doch auch per Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztherapie (MRT) erhalten Arzt und Patient Klarheit über das Krankheitsbild.

Konservativ oder operativ

Bislang ist die Arthrose nicht heilbar. „Doch eine gezielte Therapie kann den Krankheitsverlauf verlangsamen, die Schmerzen lindern und gegebenenfalls die Beweglichkeit des Gelenks verbessern“, so Dr. Sebastian Stern. In einem frühen Stadium helfen konservative Behandlungsmethoden wie Physiotherapie oder Krankengymnastik. Auch die eigene Aktivität – etwa durch Radfahren oder Schwimmen. Wird die Arthrose medikamentös therapiert, greift der Arzt auf Schmerzmittel und Entzündungshemmer wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac zurück. Treten die Schmerzen akut auf, können Kortisonpräparate ins betroffene Gelenk injiziert werden. Im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium hilft jedoch häufig nur eine OP. So kann das betroffene Gelenk zum Beispiel durch eine Prothese ersetzt werden.

Vor Beschwerden hilft Bewegen

Noch gibt es kein Patentrezept, von Arthrose verschont zu bleiben. Doch das Risiko lässt sich minimieren, zum Beispiel durch mehr Bewegung. Sie verhindert übermäßigen Gelenkverschleiß und baut Übergewicht ab. Doch wer es übertreibt, kann den gegenteiligen Effekt erreichen. Denn manche Sportarten, zum Beispiel das Joggen, belasten die Gelenke und können eventuell vorhandene Beschwerden sogar noch verstärken. Wer unsicher ist, welche Fitnessart geeignet ist – das beste Rezept ist stets ein Gespräch mit dem Hausarzt.


Warum ein Kunstgelenk in der Medizin ganz natürlich ist

Orthopädische Fachärzte treten mit der Endoprothetik dem Leiden durch eine Arthrose wirksam entgegen

Sie ist eine der häufigsten und erfolgreichsten Operationsmethoden in der orthopädischen Chirurgie: die Endoprothetik. Bei ihr ersetzt der Orthopäde das natürliche Gelenk komplett durch ein künstliches Implantat. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um ein Hüft-, Knie- oder Schultergelenk. Relativ selten hingegen ist das Impantieren eines Sprung- oder Ellenbogengelenks. Der häufigste Grund für einen Gelenkersatz ist die Arthrose. Doch auch wenn es sich bei einem solchen Eingrif um eine Routineoperation handelt, die jährlich schätzungsweise 400.000 Mal allein in Deutschland angewandt wird, kommt sie nur dann zum Einsatz, wenn alle vorhergehenden Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden. Diese reichen bei einer Arthrose von der Physiotherapie über das Verabreichen von Schmerzmedikamenten bis hin zur Gelenkspülung.

Zuverlässige Prothesen mit langer Haltbarkeit

Mit den zahlreichen Fortschritten in der Medizin haben sich auch die Endoprothesen stetig weiterentwickelt. Heutzutage sind es wahre Hochleistungsimplantate, die das Leben eines Arthrosepatienten wieder schmerzfrei und beweglicher machen können. Dennoch sind einem Gelenkersatz je nach Beanspruchung physikalische Grenzen gesetzt. In der Regel hält solch ein Implantat gute 15 bis 20 Jahre. Danach kann es durch eine neue Prothese ausgetauscht werden. Auch dies ist für die Fachärzte der Orthopädie bei deutschlandweit etwa 35.000 Operationen im Jahr mittlerweile eine gängige Praxis.

Schlüssellochchirurgie als Therapieoption

Wegen der zwar langen, doch begrenzten Haltbarkeit einer Endoprothese versuchen Orthopäden diese Operationsvariante gerade bei jüngeren Menschen möglichst lange hinauszuzögern. Doch ob jung oder alt – vor dem Einsatz einer Endoprothese greift die Medizin auf andere Therapiemöglichkeiten zurück, um eine Linderung der Schmerzen zu erreichen, zum Beispiel auf minimalinvasive Verfahren. Gegenüber offenen Verfahren haben minimalinvasive Methoden einen Vorteil: Sie sind schonend und belasten den Körper weniger, denn nur ein paar Mikroschnitte genügen, um das betroffene Gelenk zu behandeln. Zur Schlüssellochchirurgie zählt beispielsweise die Arthroskopie, die bei vielen Erkrankungen am Knie sowie am Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Hüft- oder Sprunggelenk zum Einsatz kommt.

So läuft die Arthroskopie ab

Der Orthopäde führt ein Arthroskop, das ist so etwas wie eine kleine Kamera, durch einen millimeterkleinen Hautschnitt in den Gelenkraum und dehnt diesen für ein besseres Erkennen der Gelenkstrukturen mit einer sterilen Flüssigkeit auf. Das erzeugte Bild wird zu einem Monitor übertragen. Diagnostiziert der Orthopäde einen krankhaften Befund, bringt er durch ein, zwei weitere Schnitte winzige Behandlungsinstrumente ins Gelenk. Nach erfolgreichem Eingriff  werden sie wieder entfernt, die Spülflüssigkeit wird abgesaugt und die Schnitte durch eine Naht verschlossen.


Weniger Verschleiß durch mehr Gelenkigkeit

Was Sie tun können, um einer Arthrose effektiv vorzubeugen

Sport macht mobil – das gilt auch für Ihre Gelenke. Doch nicht jedes Training unterstützt deren Gesundheit. Manche Sportarten, zum Beispiel solche mit abrupten Stopp-Bewegungen, schwerem Gewicht oder schnellen Drehungen, erreichen sogar das Gegenteil. Daher sollten Sie sich bereits im Vorfeld für eine Bewegungsform entscheiden, die schonend für mehr Gelenkigkeit sorgt. Eine wie das Nordic Walking beispielsweise, bei dem die Gelenke sanft statt stark belastet werden. Zudem löst es Muskelverspannungen, verbessert das Herz- und Kreislaufsystem und fördert die Fettverbrennung. Wie geschaffen zur Vorbeugung von Arthrose sind Schwimmen und Wassergymnastik. Hierbei wird Gewicht von allen Gelenken genommen, während Sie sich nach Belieben bewegen können. Sport im Schwebezustand sozusagen – gelenkschonender lässt sich kaum trainieren. Aber auch fernöstliche Übungen wie Yoga, Tai Chi oder Qigong fördern auf eine besonders entspannende Weise Ihre Beweglichkeit und damit die Gesundheit Ihrer Gelenke.

Bewusster durch den Alltag

Doch nicht nur Sport senkt das Risiko, an Arthrose zu erkranken. Dazu kann schon beitragen, ein paar Gewohnheiten in Ihrem Alltag zu ändern: zum Beispiel stets im Stehen zu telefonieren oder mal am Stehpult zu arbeiten. Auch wenn Sie lieber mal die Treppe statt den Fahrstuhl nehmen, bequeme und passende Schuhe tragen oder in Ihren Tagesablauf ein paar Dehnübungen integrieren, kann sich dies positiv auf Ihre Gelenke auswirken. Natürlich zählt dazu auch eine gesunde Ernährung, um Übergewicht zu vermeiden. Und während Sie durch derlei Achtsamkeiten die Gefahr einer Arthrose verringern, erhöhen Sie zugleich Ihre Lebensfreude.

Interventionelle Radiologie

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Kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Wie sich die Radiologie zur aktiven Therapie- und Behandlungsmethode erweitern lässt

Wer an Radiologie denkt, hat meist einen Arzt vor Augen, der auf ein Röntgenbild schaut und eine Diagnose stellt. Doch Radiologie ist viel mehr. Ein gutes Beispiel: die interventionelle Radiologie. Sie macht auf der Grundlage der bildgebenden Diagnostik aktive Behandlungsmethoden mit Hilfe radiologischer Technik möglich – von der Gefäßerweiterung bis zum Gefäßverschluss, von der Tumor- bis zur Schmerztherapie.

Auf dem neuesten Stand der Wissenschaft

Die interventionelle Radiologie ist ein zentraler Bestandteil des Zentrums für bildgebende Diagnostik an den Ruppiner Kliniken. Ein erfahrenes Ärzteteam unter Leitung von Dr. Reimund Parsche deckt hierbei das gesamte Spektrum der therapeutischen und diagnostischen Methoden ab und leistet somit einen entscheidenden Beitrag für die schnelle Diagnose und Beurteilung von Krankheits- und Heilungsverläufen. Behandelt wird stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und nach national wie international anerkannten Standards.

Weil jeder Patient anders ist, ist es auch jedes Diagnosekonzept. Daher entwickelt das Zentrum für bildgebende Diagnostik gemeinsam mit anderen Klinikbereichen individuelle Untersuchungskonzepte für jede Patientenbehandlung. „Dank der interventionellen Radiologie reicht oft ein kleiner Eingriff, um wieder gut laufen zu können“, sagt Reimund Parsche. Der Facharzt für diagnostische Radiologie hat dabei auch die Schmerztherapie der Wirbelsäule im Blick, die zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall zum Einsatz kommt. Die sogenannte periradikuläre Therapie – kurz PRT – dauert nur etwa zehn Minuten, kann aber in der Regel dauerhaft von Schmerzen befreien.

Gezielte Behandlung mit heilender Wirkung

„Interventionelle Radiologie macht noch viel mehr möglich“, weiß Reimund Parsche. So können zum Beispiel Gefäße mit Ballonkathetern erweitert oder Blutgerinnsel abgesaugt werden. Es werden Gefäße bei Blutungen verschlossen und Nerven bei Schmerzen mittels Neurolyse ausgeschaltet. Zudem können durch CT-gesteuerte Punktionen Medikamente im Körper platziert werden, um eine gezielte und zum Beispiel für Tumorpatienten ebenso sichere wie schonende Schmerzbehandlung durchzuführen.

Eine neue Form der Radiologie

Als die interventionelle Radiologie in den sechziger Jahren Ihre Anfänge als minimal-invasive Therapieoption bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen erlebte, war noch nicht abzusehen, wie stark sie im Laufe weniger Jahrzehnte die Radiologie prägen würde. Vor allem dem Wirken großer Pioniere wie Charles T. Dotter und Eberhard Zeitler ist es zu verdanken, dass sich die interventionelle Radiologie entwickeln und etablieren konnte. Längst ist sie auf die Behandlung verschiedenster komplexer Krankheitsbilder ausgerichtet, und jeder Patient erhält unter Einbeziehung modernster radiologischer Techniken eine umfassende Diagnostik, Beratung und Therapie – stets auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und unter Einbindung interdisziplinärer Konzepte aus der Anästhesiologie, der Chirurgie sowie der Inneren Medizin.


Wenn das Blutgefäß einen Verschluss benötigt

Wie man mit einer Katheterembolisation schmerzfrei die Blutzufuhr stoppen kann

So sehr der Mensch den Kreislauf des Blutes zum Leben braucht, so wichtig kann es manchmal sein, die Blutzufuhr zu einem Organ zu stoppen, um zu überleben. Ein derartiger Eingriff spielt zum Beispiel eine entscheidende Rolle bei Gefäßmissbildungen wie etwa einem Aneurysma, einer unstillbaren Blutung oder wenn das Organ von einem gut- oder bösartigen Tumor befallen ist. Hierbei wenden die auf die interventionelle Radiologie spezialisierten Fachkräfte des Neuruppiner Zentrums für bildgebende Diagnostik ein seit Langem bewährtes Verfahren an: die Katheterembolisation.

Verschlussmaterialien von flüssig bis metallisch

Unter einer Katheterembolisation versteht man den gezielten und zugleich gewollten Verschluss von Blutgefäßen. Dafür werden sie zum Beispiel mit Flüssigkeiten wie Ethanol oder Lipiodol bestückt, die in der Praxis das Gefäß wie eine Art Klebstoff versiegeln. Ebenfalls verbreitet sind winzige Partikel aus Gelatine oder Plastik, die noch nicht einmal einen Milli-meter messen. Ferner kommen auch metallische Verschlussmaterialien wie etwa steuerbare Mikrospiralen oder Medikamente zum Einsatz. All diese Mikroteilchen werden unter dem Begriff Embolisate zusammengefasst.

Schneller Eingriff ohne Schmerzen

Unabhängig davon, aus welchem Material die Embolisate bestehen – sie werden über einen Katheter durch die Haut eingeführt, beispielsweise in die Arterie des Oberschenkels. Für den minimal-invasiven Eingriff genügt eine lokale Betäubung. Der Patient verspürt während des Eingriffs keinerlei Schmerzen.

Zum gezielten Platzieren der Embolisate in den betreffenden Gefäßen wird die Blutzirkulation genutzt. Haben die Mikroteilchen ihr Ziel erreicht, wird die Blutversorgung des Organs unterbrochen. Besonders effektiv ist dies bei einem Tumor, denn er wird hierbei sozusagen „ausgehungert“, das bedeutet, er schrumpft und kann dadurch sogar vollends zerstört werden. Eine Katheterembolisation wird oft auch vor einer Operation angewandt, um diese möglichst zu erleichtern oder währenddessen dem Blutverlust gezielt entgegenzusteuern. Die Katheterembolisation ist ein bewährtes Mittel bei zahlreichen Erkrankungen und ist auch als eine eigene Therapieoption weit verbreitet.


Auf den Punkt befreit vom Rückenschmerz

Schmerztherapie mit CT-gezielten Injektionen bei Beschwerden in der Wirbelsäule

Ist der Rückenschmerz erst einmal da, möchte man ihn sofort wieder loswerden. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen gelingt dies in weniger als zehn Minuten – mit der interventionellen Schmerztherapie, einem radiologischen Verfahren, das zum Beispiel bei einem Bandscheibenvorfall angewandt wird. Auch im Zentrum für bildgebende Diagnostik ist die sogenannte periradikuläre Therapie – kurz PRT – seit Jahren gängige Praxis. Bei diesem Eingriff wird der Patient ambulant behandelt. Er liegt auf dem Bauch oder Rücken – je nachdem, welcher Bereich der Wirbelsäule betroffen ist – und erhält gegebenenfalls eine lokale Betäubung.

Zielsicher bis zur Wurzel vordringen

Der behandelnde Arzt bereitet nun eine gezielte Injektion in die betroffene Nervenwurzel vor. Mit Hilfe eines Computertomographen (CT) bestimmt er ihre genaue Lage sowie Winkel und Tiefe der Punktion. Durch die präzise Bildgebung des CT kann der Arzt jeden Schritt optimal verfolgen – vom Einführen der Nadel über deren Lagekontrolle bis zum Setzen des Medikaments.

Die Quelle des Schmerzes beseitigen

Die PRT hilft in der Regel bei Schmerzsymptomen, die durch die Reizung einer oder mehrerer Nervenwurzeln im Bereich der Wirbelsäule verursacht werden – zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, eine Entzündung oder durch degenerative Knochenauswüchse, die sogenannten Osteophyten. Mediziner nennen diese Schmerzform radikulär. Dabei strahlen die Schmerzen in das Versorgungsgebiet des Nervs aus, so etwa in Arme und Beine. Der Schmerz wird dort dann stärker wahrgenommen als an der eigentlichen Schmerzquelle. Daher ist sie meist nicht so ohne Weiteres zu finden.

Fit in jedem Alter

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Richtig fit sein ist kinderleicht

Wie medizinische Bewegungskonzepte die Gesundheit von der Schwangerschaft bis ins Schulalter fördern können

Eine gute Fitness sorgt in jedem Alter für ein leichteres Leben – auch wenn der erste Schritt zu mehr Bewegung manchmal schwerfällt. Dabei fördern viele Angebote nicht nur die Gesundheit, sondern machen obendrein Spaß. Das gilt besonders für Kinder, die dabei zugleich ihre Neugier stillen können. Mit einem guten Bewegungskonzept lässt sich sogar schon vor der Geburt das Wohlbefinden von Baby und Mutter steigern.

Aqua-Fitness – mehr Schwung für Schwangere

Werdende Mütter sehnen sich besonders zum Ende ihrer Schwangerschaft nach etwas Leichtigkeit. Hierfür bietet das Element Wasser ideale Voraussetzungen, denn der Körper muss in ihm nur ein Zehntel seines Gewichts tragen.

Im Rehazentrum in Neuruppin finden deshalb regelmäßig spezielle Aqua-Fitness-Kurse statt. So brauchen Sie auch in der Schwangerschaft nicht auf Bewegung zu verzichten. Aqua-Fitness dehnt und kräftigt die Muskulatur, strafft Haut und Bindegewebe und regt den Stoffwechsel an. Durch die tragende Kraft des Wassers entspannen und entlasten Sie zudem die Gelenke, und Körper und Kreislauf kommen leichter in Schwung.

Ärzte und Sportwissenschaftler empfehlen werdenden Müttern das Konzept der Aqua-Fitness auch, weil es hilft, Rückenbeschwerden sowie Wassereinlagerungen in den Beinen zu minimieren und das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes zu senken. Wenn Sie während Ihrer Schwangerschaft Aqua-Fitness betreiben möchten, sprechen Sie bitte vor der Kursteilnahme mit Ihrem behandelnden Gynäkologen. Einen Geburtsvorbereitungskurs kann Aqua-Fitness nicht ersetzen. Er verleiht Kraft, Ausdauer und Koordination – und sorgt auch im Bauch für reichlich Lebensfreude.

Wie Babys und Kleinkinder die Liebe zum Wasser entdecken

Planschen, schweben, schwimmen – Wasser ist für die Kleinsten ein faszinierendes Element. Sie haben viel Freude, knüpfen schon früh soziale Kontakte und gewinnen Respekt und Selbstvertrauen zugleich. Damit sie sich auf Anhieb im Wasser wohlfühlen, sollte es stehtief sein und die optimale Temperatur besitzen. Beim Babyschwimmen im Rehazentrum beträgt sie 33 Grad Celsius.

Vom ersten Kontakt bis zum Erlangen des Seepferdchens – das spielerische Entdecken des Wassers bietet Ihrem Kind vielfältige Erfahrungen, Empfindungen und Reize. Es schult die Motorik, trainiert das Gleichgewicht und kräftigt die Atemwege und Muskeln.

Sobald Ihr Kind eigenständig seinen Kopf zu halten vermag, können Sie mit ihm in den Kurs einsteigen. In den meisten Fällen entspricht dies dem 4. Lebensmonat. Vor der Teilnahme empfehlen wir Ihnen, einen Kinderarzt zu konsultieren. Zum Schwimmkurs im Rehazentrum benötigen Sie:

  • Badebekleidung für sich und Ihr Kind (für Babys eignet sich am besten eine Aqua-Windel oder eine Babybadehose)
  • einen Bademantel oder ein großes Badetuch

Wenn Kinder spielend Bewegung lernen

Lernen kann man nicht nur aus Büchern, sondern auch durch Klettern oder Balancieren. Für alle Kinder von 1 bis 6 Jahren hat das Rehazentrum an den Ruppiner Kliniken eine anregungsreiche Umgebung zum Entdecken geschaffen: Bewegungsspiel nach Pikler-Hengstenberg. Es ist – wie das gleichnamige Konzept – nach zwei wegweisenden Pädagoginnen benannt, die sich zeitlebens für eine gesunde Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit eingesetzt haben. In diesem Raum können Kinder nach Herzenslust klettern und balancieren, experimentieren und konstruieren.

Das Bewegungskonzept unterstützt Ihr Kind bei seinen Entdeckungen und vertraut dabei ganz auf dessen Fähigkeiten. Es fördert Geschick und Persönlichkeit, ermöglicht eigenverantwortliches Handeln und selbstbestimmtes Lernen. Der spielerische Umgang mit sensomotorischen Materialien, kindgerechten Holzgeräten und vielfältigen Bewegungselementen lehrt die Kinder Aufmerksamkeit und Ausdauer. Ohne Zeit- und Leistungsdruck wachsen sie auf diese Weise ganz von selbst an ihren individuellen Fähigkeiten.


Auf Kurs für eine bessere Gesundheit

Vielseitiges Trainingsprogramm fördert die gezielte Gesundheitsvorsorge vor allem im Rückenbereich

Für eine optimale Gesundheitsvorsorge bietet das Rehazentrum ein vielseitiges Kursprogramm für jedermann. Ob Ai Chi oder Tai Chi, Pilates oder Yoga – es ist leicht und macht Freude, der eigenen Gesundheit vorbeugend und aktiv den Rücken zu stärken. Gegen ein typisches Volksleiden, nämlich den Rückenschmerz, haben wir ein neues Angebot im Rehazentrum: das Präventive GENIUS Rückentraining. Mit diesem zertifizierten Kurs helfen wir Ihnen, Ihre Ausdauer zu steigern und zugleich Ihre Rückenmuskulatur zu kräftigen. Das hilft Ihnen, frühzeitig einer Vielzahl von Erkrankungen vorzubeugen – zum Beispiel Rückenschmerzen, unter denen 70% der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr leidet. Auf speziellen Ergometern und mit bequem auf Ihr Leistungsniveau einstellbaren Kraftgeräten machen Sie Ihren Rücken fit – und stärken zudem Ihren gesamten Körper sowie Ihr Herz-Kreislauf-System.

Tag für Tag Gesundheit fördern

Das Rehazentrum Neuruppin hält neben dem Rückenorientierten Zirkeltraining ein umfassendes Gesundheitsprogramm für jeden Geschmack bereit: Wer zum Beispiel gern im Wasser trainiert, verknüpft mit dem Kurs Ai Chi im Therapiebecken fernöstliche Trainingsmethoden wie Qi Gong und Tai Chi. Auch im Kurs Aquafitness ist Wasser das tragende Element, wobei hierbei verschiedene Aerobic- und Pilates-Elemente kombiniert werden. Doch auch auf der Matte und an Geräten wird im Rehazentrum Gesundheit gefördert – zum Beispiel mit dem Beckenbodentraining. Es richtet sich an Frauen, die gezielt den normalerweise nur schwer zu trainierenden Bereich des Beckenbodens kräftigen möchten. Mit dem Kurs Pilates wiederum lassen sich zudem Bauch- und Rückenmuskulatur systematisch stärken. Eine wirksame Form der Entspannung bietet unser Kurs Progressive Muskelrelaxation. Dabei helfen wir Ihnen, durch willentliche An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen, Ihren Körper bewusster wahrzunehmen. Mit Tai Chi und Yoga können Sie Leib und Seele ins Gleichgewicht bringen, und mit RückenPlus Ihre Wirbelsäule sowie den gesamten Rückenbereich. Unsere Kurse finden abwechselnd von Montag bis Sonnabend statt. Die genauen Zeiten sowie mehr Informationen zu unserem Angebot haben wir für Sie auf www.rehazentrum-neuruppin.de zusammengestellt.


Sport hält jung – erst recht im Alter

Wie Sie im höheren Lebensalter durch Sport und Bewegung Ihre Gesundheit und Vitalität erhalten

Älterwerden muss nicht bedeuten, sich auch älter zu fühlen. Das beste Rezept, um auch als Senior fit zu sein, ist Sport. Richtig angewandt hilft er gegen eine Vielzahl von körperlichen Alterserscheinungen wie zum Beispiel Osteoporose. Die im Volksmund auch als Knochenschwäche bezeichnete Krankheit ist geprägt durch einen beschleunigten Abbau von Knochenstruktur und -substanz, was die Gefahr von Brüchen, zum Beispiel durch Stürze, deutlich vergrößert.
Ein individuell zugeschnittenes Trainingsprogramm hilft gezielt, die Knochen zu stärken und die Muskulatur drumherum aufzubauen. Doch auch die Gefahr von Stürzen allgemein lässt sich durch sportliche Maßnahmen vermeiden – so etwa durch ein Kraft- und Balancetraining.
Ein „für Sport bin ich zu alt“ sollte im höheren Lebensalter also zum eigenen Wohl lieber in die richtige Motivation für Vitalität und Bewegung umgewandelt werden.

Im Rehazentrum Neuruppin haben Sie dazu vielseitige Möglichkeiten – nicht nur zur Prävention von Osteoporose und Stürzen, sondern auch in Kursen wie Herzsport und Yoga, Wirbelsäulen- und Wassergymnastik, Bogenschießen, Stoffwechseltraining und Sport in der Krebsnachsorge. Da Ihre Trainer zugleich Therapeuten sind, haben Sie stets auch medizinische Kompetenz an Ihrer Seite. Sport in der Gemeinschaft macht noch mehr Freude. Deshalb arbeiten wir eng mit dem Verein „Aktiv Gesundheitssport Brandenburg e.V.“ zusammen. In ihm haben sich zwei große Ü70-Sportgruppen organisiert, die bei uns schon seit Längerem ein sportliches Zuhause gefunden haben. Mehr Informationen zum Verein lesen Sie auf: www.aktiv-gb.de.

Was tun bei Gelenkbeschwerden?

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Mit dem Alter kommen für viele Menschen unausweichlich die ersten Gebrechen. Dagegen ist noch immer kein Kraut gewachsen. Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen oder nachlassende Kondition sind in der Regel Folgen des Alterns und nicht notwendigerweise mit einer behandlungswürdigen Erkrankung verbunden.

Anders sieht es bei der Arthrose aus. Die Arthrose ist eine nicht seltene Alterserkrankung und gekennzeichnet durch einen übermäßigen Gelenkverschleiß, der häufig zu starken Schmerzen führt. Insbesondere die Gelenke der unteren Extremitäten (Hüfte, Knie) aber auch in Schulter oder Händen können von Arthrose betroffen sein. In Deutschland leiden etwa 5 Mio. Menschen unter Arthrose. In unserer Praxis für Orthopädie ist die der häufigste Behandlungsanlass bei Patienten über 65.


Wann zum Arzt?

Dass unsere Gelenke mit der Zeit verschleißen, liegt in der Natur der Sache. Sie bewegen uns unser Leben lang und stehen dabei unter Dauerbelastung. Ab und zu ein Zwicken oder Knacken sind also mit zunehmendem Alter nicht ungewöhnlich – und daher nicht zwangsläufig Symptome einer Arthrose.

Die Artrose beginnt mit einer Knorpelschädigung, die mechanischen (durch Überlastung oder falsche Belastung) oder biologischen (schwaches Binde- und Knorpelgewebe) Ursprungs sein kann. Der Gelenkknorpel baut sich ab. Infolge dieser Schädigung kommt es zu weiteren Veränderungen am Knochen, die starke Schmerzsymptome verursachen können. Ein typischer Schmerz beginnender Arthrose ist der so genannte Anlaufschmerz. Diese stechenden Gelenkbeschwerden treten nach Ruhephasen auf und klingen im Laufe der Bewegung ab. Jedoch sind auch Belastungsschmerzen oder Morgensteifigkeit des Gelenkes nicht ungewöhnlich. Je nach Grad der Arthrose können auch Deformationen der Gelenke oder Begleiterscheinungen wie beispielsweise ein Gelenkerguss (Vermehrung der Flüssigkeit im Gelenk) beobachtet werden.


Wie erkennt man Arthrose?

Am Anfang jeder Diagnostik steht das Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Im Rahmen der Anamnese erfasst der Facharzt Art und Umfang der Schmerzen, befragt die Patienten nach den Lebensgewohnheiten und evtl. vorliegenden Risikofaktoren (Verletzungen der betroffenen Gelenke, operative Eingriffe etc.). Nach der körperlichen Untersuchung des Gelenkes, bei der Funktion des Gelenkes, die Kontur (bspw. Schwellungen) und Schmerzpunkte ermittelt werden, erfolgt die bildgebende Diagnostik. Mittel der Wahl ist hier eine Röntgenuntersuchung. Zudem können auch Ultraschalluntersuchungen, ein CT oder MRT angeordnet werden.


Konservativ oder operativ?

Arthrose ist nicht heilbar. Ziel der Therapie ist daher in erster Linie, die Schmerzen zu lindern und ggf. die Beweglichkeit des Gelenkes zu verbessern. Zudem kann der Verlauf der Erkrankung wenn nicht gestoppt so doch erheblich verlangsamt werden. Ist die Arthrose noch nicht weit fortgeschritten, helfen schon konservative Behandlungsmethoden. Insbesondere Physiotherapie und Krankengymnastik versprechen bei konsequenter Anwendung Linderung. Das Integrieren von gemäßigter Bewegung (Radfahren, Schwimmen) in den Alltag hilft nicht nur dabei, die Beweglichkeit des Gelenkes zu verbessern, sondern auch etwaiges Übergewicht abzubauen.

Bei einer medikamentösen Therapie kommen zunächst Schmerzmittel und Entzündungshemmer zur Anwendung (Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac). Bei akuten Schmerzen während entzündlicher Phasen besteht die Möglichkeit, Kortisonpräparate in das betroffene Gelenk zu injizieren.

Bei fortgeschrittener Erkrankung helfen häufig jedoch nur operative Verfahren. Der Ersatz des betroffenen Gelenkes durch eine Prothese ist dabei eine Möglichkeit.

Ist ein Gelenk durch Arthrose so stark geschädigt, dass das Gelenk instabil wird, versteifen die Orthopäden das Gelenk (Arthrodese). Bei diesem Verfahren werden die Knochen mit Schrauben und Platten so verbunden, dass eine Bewegung des Gelenkes nicht mehr möglich ist. Da dieses Verfahren die Beweglichkeit der Patienten zum Teil erheblich einschränkt, kommt es nur zur Anwendung, wenn keine andere Therapieoption besteht.


Am besten Vorbeugen

Auch wenn es keine Garantie gibt, nicht zu erkranken: Mit einigen wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko für Arthrose minimieren. Insbesondere regelmäßige Bewegung verhindert übermäßigen Gelenkverschleiß. Zudem hilft sie, bestehendes Übergewicht abzubauen bzw. Übergewicht gar nicht erst entstehen zu lassen. Bei aller Freude an Bewegung sollte die Devise jedoch immer lauten: Nicht überlasten! Einige Sportarten (z.B. Joggen) wirken stark auf die Gelenke und können ggf. vorhandene Beschwerden sogar verstärken. Konsultieren Sie Ihren Hausarzt. Dieser kann Ihnen helfen, wenn es darum geht, die richtige Sportart für Sie zu finden.

Arteriosklerose

Arteriosklerose – Wenn das Blut nicht zirkulieren kann

Wie es zur Arteriosklerose kommt und was man gegen die Volkskrankheit Nummer eins in Deutschland tun kann

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Rauchen, fettes Essen, wenig Bewegung, Diabetes und Bluthochdruck – all das sind Risikofaktoren, die Arteriosklerose in westlichen Industrienationen zur Volkskrankheit machen. Arteriosklerose ist eine Systemerkrankung der Arterien. Es kommt zu Ablagerungen in den Gefäßwänden. Daraus resultiert, dass sich diese verdicken, verhärten und dann meist auch verengen, was zum Gefäßverschluss führen kann. Auch kann die Gefäßwand sich aufweiten, so dass ein Aneurysma entsteht.

Dieser Prozess kann Jahrzehnte dauern und verläuft weitgehend symptomlos. Doch bilden die Folgeerkrankungen der Arteriosklerose die Todesursache Nummer eins in Deutschland.

Häufige und bedeutsame Folgen dieser Krankheit sind:

  • wenn die Herzkranzgefäße betroffen sind, der Herzinfarkt
  • wenn die Hals- oder Hirngefäße betroffen sind, der Schlaganfall
  • wenn die Becken- oder Beingefäße betroffen sind, die Schaufensterkrankheit
  • wenn sich die Hauptschlagader erweitert, das Aortenaneurysma.

Es ist daher unbedingt notwendig, auf die Gefäßgesundheit zu achten und eine Arteriosklerose rechtzeitig zu behandeln.


Blick in die Gefäße

Um festzustellen, ob ein Patient an Arteriosklerose erkrankt ist, führt der behandelnde Arzt zunächst eine körperliche Untersuchung durch.

Für die spezielle Diagnostik bedarf es mehrerer Spezialuntersuchungen:

Knöcheldruckmessung
Durch Bestimmung des Blutdruckes an Arm- und Beinarterien kann ein erster Hinweis auf eine Durchblutungsstörung gefunden werden.

Gefäßsonografie (Doppler- und Duplex)
Hier kann der Arzt bereits die Wandveränderungen der Gefäße im Schwarz-Weiß-Bild erkennen. Durch Zuhilfenahme von Farb- und Dopplersignalen sind Gefäßerweiterungen, -verengungen und auch Gefäßverschlüsse nachweisbar.

Computer (CT)- und Magnetresonanztomografie (MRT)
sind ergänzende bildgebende Verfahren bei besonderen Fragestellungen oder zur Planung einer operativen Behandlung von Gefäßerkrankungen.

Angiografie
Hier kann der Arzt die zuvor nachgewiesenen Gefäßveränderungen bestätigen und gleichzeitig behandeln, z. B. durch
Ballonaufweitung oder Einsetzen eines Stents.


Gesünder leben

Wird eine Arteriosklerose festgestellt, kann schon eine Vermeidung der Risikofaktoren den Krankheitsverlauf positiv
beeinflussen.

  • Das Wichtigste: Rauchstopp, denn schon bei geringen Dosen wirkt Nikotin gefäßverengend.
  • Bewegung in den Alltag integrieren
  • ausgewogene, gesunde, fett- und salzarme Ernährung
  • negativen Stress vermeiden
  • Übergewicht reduzieren

Leiden Patienten an Vorerkrankungen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck, müssen diese optimal medikamentös behandelt werden.

Häufig verordnen die Ärzte außerdem Gerinnungshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS), welche die Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) verhindern können.

In allen Stadien der Folgeerkrankungen der Arteriosklerose ist der Herz- oder Gefäßsport die Basis der Behandlung. Dennoch sind in fortgeschrittenen Stadien häufig Eingriffe notwendig. Dazu gehören die Aufdehnung der Gefäße mittels Ballonkatheter oder Stents, die Entfernung von Thromben aus den Arterien (Thrombendarteriektomie) oder Bypassoperationen an Herz-, Becken- oder Beinarterien.


Expertenstunde

Am 29. Mai von 18.00 bis 19.00 Uhr gibt es zum Thema Arteriosklerose die Expertenstunde mit dem Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin, Dr. Olaf Hinze, im BB-Radio, 104,3.

Parkinson-Krankheit

Diagnostik und Therapie

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Die Parkinson-Krankheit, umgangssprachlich fälschlicherweise als Schüttellähmung bezeichnet, ist eine häufige neurodegenerative Erkrankung. Zumeist erkranken Menschen zwischen dem 50. und 80. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa 250.000 Frauen und Männer betroffen.

Die Symptome werden durch den Untergang von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin herstellen, verursacht. Dadurch entsteht ein Mangel an Dopamin, der viele Symptome der Erkrankung erklären kann. Warum bestimmte Menschen erkranken und andere nicht, ist bislang noch nicht geklärt.


Welche Symptome zeigt die Parkinson-Krankheit?

Wir unterscheiden zwischen motorischen Symptomen, welche die Beweglichkeit betreffen, und nicht-motorischen Symptomen. Typisch sind verlangsamte Bewegungen und Probleme mit dem Gleichgewicht. Der Gang ist häufig kleinschrittig und schlurfend. Einfache feinmotorische Tätigkeiten wie Schreiben oder Zähneputzen sind erschwert. Häufig besteht eine Muskelsteifigkeit (Rigor), die auch Schmerzen verursachen kann.

Ein weiteres typisches Symptom der Parkinson-Krankheit ist das Zittern von Armen und Beinen (Tremor). Aber nicht jedes Zittern bedeutet automatisch Parkinson. Auch andere Erkrankungen können einen Tremor verursachen, der aber in der Regel gut vom Parkinson-Tremor unterschieden werden kann.

Nicht immer zeigen Patienten die klassischen Symptome. Auch Schlafstörungen, Gedächtnisstörungen,Depressionen oder Spielsucht können auftreten. Einige Patienten bemerken noch vor Ausbruch der typischen Symptome Geschmacks- oder Geruchsstörungen und aggressive Träume.


Wie läuft die Diagnostik ab?

An erster Stelle stehen ein umfassendes Gespräch mit dem Patient und seinen Angehörigen sowie eine körperliche neurologische Untersuchung. In der Regel gelingt auf Basis der damit gewonnen Informationen bereits eine klare Diagnose. Es gibt allerdings selten auch Situationen, wo eine Bestätigung der Diagnose durch bildgebende Verfahren sinnvoll ist. Dann können z.B. Bilder des Gehirnes mittels Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreich sein, um andere Erkrankungen unwahrscheinlich zu machen. Parkinson-typische Befunde werden durch hochmoderne Verfahren gewonnen, die Bildinformationen mit Informationen über den Gehirnstoffwechsel kombinieren.

Der DaTSCAN® zum Beispiel kann die Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn darstellen, die bei der Parkinson-Erkrankung reduziert sind.


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Heute gibt es noch keine Möglichkeit, den Untergang der Nervenzellen zu bekämpfen. Unsere Aufgabe ist es daher, für den Patienten eine Therapie zu finden, welche hilft, die Symptome zu lindern. Es steht eine ganze Reihe von gut erforschten Medikamenten zur Verfügung, die den Dopaminmangel ausgleichen können. Damit gelingt es häufig, in den ersten Jahren der Erkrankung ein weitgehend uneingeschränktes Leben mit der Krankheit zu ermöglichen.

Nach fünf bis zehn Jahren kann die Wirkung der Medikamente nachlassen, außerdem kann es zu anderen Problemen in der Therapie kommen, zum Beispiel einer stark schwankenden Wirksamkeit. Dann kann einigen Patienten eine tiefe Hirnstimulation helfen. Hier wird den Betroffenen ein „Hirnschrittmacher“ implantiert, der durch elektrische Stimulation bestimmter Hirnareale Symptome lindern kann.

Neben diesen Therapieformen sind eine umfassende Physio- und Ergotherapie wesentliche Behandlungsbausteine. Bei Beeinträchtigung der Sprechfähigkeit sind auch Logopäden an der Behandlung beteiligt.


Kann man der Parkinson-Krankheit vorbeugen?

Da wenig über die Ursachen bekannt ist, können wir auch wenig über Vorbeugemaßnahmen aussagen. Es gibt Hinweise, dass ein moderater Kaffee-Konsum einen gewissen Schutz vor der Parkinson-Krankheit bietet. Ziel der aktuellen Forschung ist es, Medikamente zu entwickeln, die Nervenzellen vor dem Untergang schützen können, oder untergegangene Nervenzellen durch neue zu ersetzen. Beides ist derzeit aber noch ein ganzes Stück entfernt vom Einsatz in der Praxis.


Viel Bewegung auf dem Weg der Besserung

Die medikamentöse Therapie ist ein wesentlicher Baustein in der Behandlung von Parkinson-Patienten. Doch sind die positiven Effekte von Bewegung auf den Krankheitsverlauf nicht zu unterschätzen.

Die Physiotherapeuten im Rehazentrum „Alte Schwimmhalle“ arbeiten seit einiger Zeit nach dem sogenannten BIG-Konzept, einer Therapiemethode, die als Goldstandard in der Behandlung von Parkinson-Patienten gilt. Bei dieser Methode arbeiten Patient und Therapeut mit möglichst großen Bewegungen, großem Krafteinsatz und großer Dynamik. Die Grundübungen stecken dabei in jeder Alltagsbewegung, werden im Rahmen der Therapie jedoch mit besonderer Intensität ausgeführt.

Im Idealfall kann mit der Intensivtherapie in einer frühen Krankheitsphase unmittelbar nach der Diagnose begonnen werden. Vier Wochen lang trainieren die Patienten dann an vier Tagen pro Woche jeweils eine Stunde gemeinsam mit dem Therapeuten. Durch die hohe Intensität der Therapie wird ein langanhaltender Effekt erzielt, der in der Folge durch tägliche moderate Bewegung und wöchentliches Training unter Anleitung eines Physiotherapeuten aufrechterhalten werden kann. Um die Therapie erfolgreich etablieren zu können, hat der leitende Physiotherapeut des Rehazentrums, Marco Liebsch, eine Zusatzausbildung absolviert.

Die bisherigen Erfahrungen mit dem BIG-Konzept sind durchweg positiv. Obligatorische Tests nach dem Intensivtraining zeigen bei den Parkinson-Patienten deutliche Verbesserungen in der Bewegungsfähigkeit sowie in der eigenen Körperwahrnehmung.

Um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, empfiehlt Marco Liebsch tägliche vielseitige und allseitige Bewegung.
Besonders geeignet für Parkinson-Patienten sind:

  • Nordic Walking, da neben den unteren Extremitäten auch die Oberkörpermuskulatur beansprucht wird
  • Laufbandtraining mit gleichförmiger, rhythmischer Bewegung
  • Rückenschwimmen, um aus der für Parkinson-Patienten typischen vorgebeugten Körperhaltung zu kommen
  • Spezielle Parkinson-Gymnastik: Übungen, die den Körper „öffnen“.
Was tun bei Rückenschmerzen?

Volksleiden Rückenschmerzen - Was tun?

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"Auch ein schöner Rücken kann entzücken" - heißt es im Volksmund. Vor allem entzücken kann aber ein gesunder Rücken. Doch damit sieht es in Deutschland gar nicht gut aus. Fast jeder Deutsche klagt ab und an über Rückenschmerzen. Jeder Dritte leidet regelmäßig darunter. Allein der Rückenschmerz kosten Solidargemeinschaft und Volkswirtschaft 50 Milliarden Euro im Jahr (Robert Koch Institut, 2012). Ein Allheilmittel gibt es nicht. Denn Rückenschmerzen haben viele Ursachen: Überlastung, Bewegungsmangel, die Haltung, Körpergröße, Übergewicht und auch die Psyche können der Grund für ein schmerzendes Kreuz sein. In der Regel jedoch haben Rückenschmerzen keine schwerwiegenden oder gefährlichen Ursachen. Es können sich dahinter jedoch auch ernste Krankheiten verbergen: Tumore, Gefäßmissbildungen, Fehlbildungen, Entzündungen, Traumata, Wirbelsäuleneinengungen oder einfache  Bandscheibenvorfälle mit Kompressionen der neuralen Strukturen welche ausgeschlossen werden sollen.


Rückenschmerzen treffen fast jeden

Häufig begünstigen mehrere Faktoren zusammen die Entstehung von Rückenschmerzen. Aber: zufriedene Menschen leiden deutlich weniger unter Rückenschmerzen, auch wenn sie einer körperlich schweren Arbeit nachgehen. Wenn das soziale Umfeld stimmt, der Arbeitsalltag nicht als einzige Belastung wahrgenommen wird und noch ausreichend Bewegung hinzu kommt, stehen die Chancen für eine lange gesunde Kehrseite gut. Doch Rückenschmerzen gehören zum Leben und Altern wie Falten oder graue Haare. Wichtig ist die innere Einstellung zu den Schmerzen. Begegnet man ihnen aktiv, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Schmerzen geringer werden oder sogar aufhören. Denn bei Rückenschmerzen gilt, so viel Schonung wie nötig, so viel Bewegung wie möglich.

Verspannungen im Bereich von Schulter oder Nacken, Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, die bis in die Arme und Beine ausstrahlen können. Dahinter stecken verschiedene Ursachen. Häufig führen Fehlhaltungen im Alltag zu einem schmerzenden Rücken. Doch auch chronische Erkrankungen wie der Rückgang der Knochensubstanz (Osteoporose) oder Rheuma können mit Beschwerden im Rücken einhergehen. Und auch Bandscheibenvorfälle gehen zumeist mit teilweise starken Rückenschmerzen einher.

Ein Mensch hat 23 Wirbelbandscheiben. Sie liegen als knorpelige Verbindungen zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule. Zwischen unserem Kopf und dem ersten Halswirbel sowie zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel gibt es keine Bandscheibe. Jede Bandscheibe besteht aus einem Faserring und dem Gallertkern. Dieser weiche Kern liegt wie ein Puffer zwischen den Wirbeln. Er sorgt dafür, dass wir den Körper bewegen können. Unter den unterschiedlichen Belastungen im Verlauf des Lebens verschleißen unsere Bandscheiben. Das begünstigt Bandscheibenvorfälle. Nicht jeder Bandscheibenvorfall gleicht dem anderen. Grundsätzlich werden verschiedene Formen unterschieden: 

  • Der Faserring der Bandscheibe wölbt sich vor, weil der Gallertkern von innen auf den Ring drückt, die Bandscheibe selbst bleibt aber intakt (Bandscheibenvorwölbung).
  • Der Kern drückt durch den Faserring teilweise nach außen, bleibt aber mit dem innen liegenden Teil verbunden (Bandscheibenprolaps).
  • In der dritten Form kapselt sich der nach außen getretene Teil des Gallertkerns vollständig ab, hier sprechen die Ärzte von einer Sequestration.

Auch wenn sich das dramatisch anhört, sind diese Veränderungen nur in 40 Prozent der Fälle schmerzhaft. Es tut also nur weh, wenn austretende Teile oder der Kern auf Nervenstränge drücken, die unmittelbar an die Bandscheibe grenzen.

Veränderungen der Bandscheibe, die keine Schmerzen bereiten, werden von dem  Betroffenen gar nicht wahrgenommen. Verursacht der Bandscheibenvorfall jedoch Beschwerden, sollte der Betroffenen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Auch wenn ein Bandscheibenvorfall nicht vollständig geheilt werden kann: Die moderne Medizin hat unterschiedliche Therapien entwickelt, um Betroffenen einen schmerzfreien Alltag zu ermöglichen.


Konservativ oder operativ - Was hilft bei Rückenschmerzen?

Auch wenn kein klassischer Bandscheibenvorfall oder eine massive Instabilität mit Wirbelgleiten vorliegt, können die Verschleißerscheinungen  des geschädigten Bewegungssegmentes erheblich sein und starke Schmerzen verursachen, die zu einer länger dauernden Arbeitsunfähigkeit, sogar zur Berentung führen können. 

Die hier vorliegende geänderte Biomechanik der Wirbelsäule verursacht einen Balanceverlust mit verschobenem Schwerpunkt. Die Fehlhaltungen nehmen zu und die Funktionsstörung des betroffenen Segmentes wird weiter verstärkt. Dieser sog. circulus vitiosus ist umso dramatischer, je jünger die Patienten sind.

Nach einer entsprechenden Anamnese und einer klinischen Untersuchung der Patienten steht nach einer eventuellen bildgebenden - (MRT, CT, Röntgen) oder neurophysiologischen (EMG, SSEP, NEP, NLG) Diagnostik zunächst der konservative Therapieversuch im Vordergrund. Treten jedoch Lähmungen einzelner Muskeln sowie Blasen-Mastdarmentleerungsstörungen auf, ist eine umgehende Bilddiagnostik und bei entsprechender Diagnose eine schnelle operative Therapie umgehend erforderlich.

Schmerz- und physikalische Therapie

Wesentlich dabei ist die richtige Einstellung auf Schmerz bekämpfende Mittel. Eine gut abgestimmte Schmerztherapie kann dazu beitragen, den Alltag wieder aktiv zu meistern. Eine bedeutende Rolle spielen dabei die nicht cortisonhaltigen Antirheumatika. Auch wenn diese zum Teil frei in den Apotheken erhältlich sind, sollten Sie diese Mittel nicht ohne vorherige Konsultation des Arztes einnehmen.

Erleichterung bringen auch physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik zur Stärkung der Rückenmuskulatur, welche jedoch nicht in der akuten Phase durchgeführt werden sollte. Bei starken Beschwerden kann zudem eine so genannte periradikuläre Therapie helfen, Hierbei werden schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente direkt an die schmerzende Nervenwurzel unter computertomographischer Bildgebung gespritzt. Der Nerv schwillt ab und dadurch kann man eine Schmerzlinderung erreichen.

Der operative Eingriff

Die spinale Neurochirurgie ist durch die enorme Bandbreite der Erkrankungen, die über das typische multidisziplinäre Spektrum hinaus existieren, etwas Besonderes. Hierzu gehöhen, neben den „einfachen“ Bandscheibenvorfällen, die Eingriffe bei vaskulären Prozessen, entzündlichen Krankheiten, Missbildungen und Tumoren.

Die Wirbelsäulenchirurgie hat sich in den letzten Jahren rasannt etnwickelt. Hierzu haben insbesondere die miniinvasiven Techniken, biomechanische Erkenntnisse und Einführung moderner Implantate beigetragen. Dennoch muss die Notwendigkeit einer Operation sorgfältig überprüft werden. Nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.

Wirbelsäulenchirurgie ist ein multidisziplinäres Gebiet, die Patienten werden interdisziplinär bi-perspektivisch evaluiert. Das geschieht im Rahmen von interdisziplinäre Kooperationen, wie zum Beispiel im Wirbelsäulenzentrum Nordbrandenburg der Ruppiner Kliniken der Fall ist.

Interdiziplinäre Behandlung

Durch die kooperierenden Fachrichtungen Neurochirurgie, Neurologie, Orthopädie/Traumatologie, Schmerztherapie, Psychosomatik, Radiologie, Physiotherapie und Rehabilitation werden Zugang, Diagnose, Behandlung und Nachsorge für Patienten mit Rückenschmerzen optimiert und vereinfacht.


Aktiv gegen Rückenschmerzen

Moderne Krebstherapie

Moderne Wege in der Krebstherapie

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Die Diagnose Krebs ist ein Schicksalsschlag. Betroffene und Angehörige sind häufig überfordert, viele Fragen nach - z.B. Lebenserwartung und Lebensqualität – sind auf einmal aktuell. Damit sich Betroffene nicht hilflos fühlen, arbeiten in spezialisierten onkologischen Zentren viele Experten an der bestmöglichen Betreuung von Krebspatienten und deren Angehörigen. Dabei reicht das Angebot von der Früherkennung bis zur Nachsorge. Einen wesentlichen Baustein der Behandlung leistet das Team der Onkologischen Schwerpunktpraxis.


Die Ärzte und Pflegekräfte sind spezialisiert auf die Behandlung von Tumorerkrankungen mithilfe von Chemotherapie. Dabei ist es dem leitenden Oberarzt Dr. Christoph Löschner wichtig, die negativen Assoziationen, die dieses Wort bei den meisten hervorruft, zu entkräften. „Die Tumortherapie hat sich in den vergangenen 25 Jahren deutlich verändert“ erklärt der Internist. „Nebenwirkungen sind seltener und häufig weniger stark ausgeprägt. Zudem können viele Medikamente heute in Tablettenform oder als Spritze unter die Haut verabreicht werden. Chemotherapie ist nicht mehr gleichbedeutend mit einer Infusion, Haarausfall, Blässe und Schwäche.“

Gleichwohl sind die Räumlichkeiten in der Onkologischen Schwerpunktpraxis für die Behandlung auch mit Infusionen ausgestattet. Die Praxiszimmer sind in warmen Farben gehalten, die Atmosphäre ist ruhig und behaglich, damit sich Krebspatienten während der Therapie gut aufgehoben fühlen. Dies unterstützt auch eine gute Praxisorganisation, die Wartezeiten minimiert. Zudem können akute Beschwerden und starke Nebenwirkungen stationär auf einer interdisziplinären onkologischen Station stationär werden. Meist jedoch bevorzugen Patienten die ambulante Therapie.


Die Betreuung des Praxisteams geht weit über die Verabreichung einer Chemotherapie hinaus. Vielmehr steht der Patient in seiner Gesamtheit im Fokus. So werden neben Begleiterkrankungen auch das soziale Umfeld und die seelische Dimension der Erkrankung berücksichtigt. „Die Zusammenarbeit mit unseren Patienten ist sehr persönlich“, sagt Dr. Christoph Löschner. „Die Gespräche sind das wichtigste an der Behandlung.“ Denn häufig sind die Patienten unheilbar erkrankt, und die Chemotherapie lindert vor allem die Beschwerden. „Wir helfen den Betroffenen und ihren Angehörigen zu verstehen, dass man den Krebs nicht immer heilen kann. Man kann aber mit Krebs leben und lebenswerte Zeit gewinnen.“ Dabei setzt das Praxisteam auf eine umfassende Betreuung der Patienten, z. B. durch eine Ernährungstherapie oder eine psychoonkologische, durch Informationen über begleitende Therapien (Misteltherapie), die Kontaktvermittlung zu Sozialarbeitern oder eine Zweitmeinung.


Im Onko-Team arbeiten ein Arzt, vier Krankenschwestern und zwei Arzthelferinnen für das Wohl der Patienten. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind außerordentlich qualifiziert und in beständige Weiterbildungen eingebunden. Zudem verstehen sie es, einfühlsam auf den Patienten und dessen Angehörige einzugehen. Feste Ansprechpartner in der zumeist jahrelangen Betreuung erleichtern es, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, das für die Krebstherapie von enormer Bedeutung ist.

Die Patientenverfügung

Wer will schon drüber nachdenken - Die Patientenverfügung

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Die moderne Medizin ist heute in der Lage, auch lebensbedrohlich erkrankten Menschen zu helfen und sterbenden Patienten eine schmerzfreie letzte Zeit zu ermöglichen. Doch viele Menschen haben Angst, dass Schmerzen und Leiden durch medizinische Maßnahmen unnötig verlängert werden. Darum möchten sie mitbestimmen, wie sie unter bestimmten Bedingungen behandelt werden wollen und welchen Therapiemaßnahmen sie zustimmen oder welche sie ablehnen.


Ist ein Patient bei Bewusstsein, geistig klar und wach, kann er seine Wünsche zum Ausdruck bringen und so Einfluss auf seine Behandlung nehmen. Schwierig wird es, wenn ein Patient nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen zu äußern. Angehörige und Ärzte sehen sich dann in der schwierigen Situation, bestimmen zu müssen, was für den Patienten das Beste ist, beziehungsweise wie der Betroffene entscheiden würde.

Um auch im Fall eigener Entscheidungsunfähigkeit die Kontrolle über medizinische Maßnahmen zu behalten, kann jeder Bürger eine so genannte Patientenverfügung formulieren. In diesem Schriftstück kann er festlegen, wie er im Fall der Entscheidungsunfähigkeit in bestimmten Situationen medizinisch behandelt werden möchten. Dies betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern jeden. Schwere Krankheiten und lebensbedrohliche Unfälle machen um keine Altersgruppe einen Bogen.

Für das Verfassen einer Patientenverfügung ist es notwendig, sich intensiv mit den Themen Krankheit und Sterben, Leiden und Tod auseinandersetzen. Das Nachdenken über die eigene Vergänglichkeit ist ein schwieriger Prozess, steht aber am Anfang einer jeden Patientenverfügung.

Was möchte ich, was soll getan werden, um mein Leben zu verlängern? Will ich, dass alles medizinisch Mögliche versucht wird, um den Tod hinaus zu schieben? Oder will ich dies verhindern?

Für den genauen Inhalt einer Patientenverfügung gibt es keine bindenden Vorschriften. Man kann konkrete Bitten formulieren oder nur Richtlinien für die ärztliche Behandlung festlegen. Damit Sie sicher gehen können, dass Ihre Patientenverfügung so wirkt, wie Sie es sich erhoffen, sollten Sie möglichst konkret werden und allgemeine Formulierungen vermeiden. Niemand weiß, was für Sie qualvolles Leid, angemessene Behandlung oder ein erträgliches Leben ist. Drücken Sie darum genau aus, in welcher Situation die Patientenverfügung angewandt werden soll (zum Beispiel in der Sterbephase, in der Endphase einer unheilbaren Krankheit, bei Koma). Legen Sie fest, welche Behandlung Sie in der jeweiligen Situation wünschen. Soll Ihnen zum Beispiel Nahrung per Sonde verabreicht werden, wenn Sie sich in der letzten Sterbephase befinden. Auch das Thema Organspende hat in einer Patientenverfügung Platz.

Die Patientenverfügung bedeutet für den schwerkranken Patienten Sicherheit im Falle der Hilflosigkeit. Aber auch der Arzt weiß dadurch, dass er im Interesse des Patienten handelt. Das gibt ihm und den Angehörige das wichtige Gefühl, den Willen des Patienten zu respektieren.


Die Patientenverfügung muss schriftlich, am besten handschriftlich verfasst werden. Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben.

Folgende Bestandteile gehören aber unbedingt hinein:

  • Eingangsformel
  • Situationen, für die die Patientenverfügung gelten soll
  • Festlegungen zu ärztlichen / pflegerischen Maßnahmen
  • Organspende
  • Schlussformel
  • Schlussbemerkungen
  • Datum, Unterschrift

Hilfe bei der Erstellung einer Patientenverfügung erhalten Sie von verschiedenen Verbänden, u. a. der Bundeszentrale Patientenverfügung www.patientenverfuegung.de

Immer ein Notfall - Der Schlaganfall

Schlaganfall – Immer ein Notfall

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Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursachen in Deutschland und der häufigste Grund für Invalidität. Jeder sechste Mensch in unserem Land erleidet im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall. Mittlerweile ist er häufiger als der Herzinfarkt. Schlaganfälle sind dramatische Einschnitte im Leben der Betroffenen. Bleibende Schäden und damit ein stark eingeschränkter Alltag können die Folgen eines schweren Hirnschlages sein.


Die Symptome

Ursache für einen Schlaganfall ist ein Blutgerinnsel, das sich im Herz oder in der Halsschlagader gebildet hat und die lebensnotwendige Durchblutung des Gehirns verhindert. Schlaganfallsymptome beginnen schlagartig.

Die häufigsten Schlaganfallsymptome sind

  • Halbseitige Lähmung oder Gefühlsstörung
  • Gesichtslähmung
  • Sehstörung
  • Sprachstörung
  • Schwindel

Auch ein plötzlich einsetzender, schlagartiger sehr starker Kopfschmerz kann ein Schlaganfallsymptom sein und sollte unmittelbar zur Alarmierung (112) des Notarztes führen. Auch wenn sich die Symptome rasch wieder zurückbilden: es bleibt dabei – wählen Sie 112.


Interdisziplinäre Therapie auf der Stroke Unit

Bis in die 1990er Jahre konnten Neurologen und Internisten dieser Krankheit nur wenig entgegensetzen. Das Verständnis der Krankheitsmechanismen und die begrenzten medikamentösen und technischen Möglichkeiten machten die Behandlung von Schlaganfallpatienten zu einem frustrierenden Erlebnis für Patient und Arzt. Die Therapie beschränkte sich mehr oder weniger auf das Beobachten und die Pflege der Patienten. Wirksame Medikamente gab es nicht. Oft wurde das Blut verdünnt oder mit Heparin die Blutgerinnung gehemmt. Beides sind Verfahren, die heute nur noch selten zum Einsatz kommen.

In den 1990er Jahren ist in den Ruppiner Kliniken eine Spezialstation für Schlaganfallpatienten, eine sogenannte Stroke Unit, eingerichtet worden. Die Wirksamkeit der Stroke Unit Behandlung ist durch große wissenschaftliche Studien bewiesen. Schlaganfallpatienten, die auf einer anderen Station als einer Stroke Unit behandelt werden, sterben häufiger und haben, wenn sie überleben, schwerwiegendere Behinderungen.

Die Stroke Unit der Klinik für Neurologie unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Bitsch sichert die schnellst- und bestmögliche Therapie für Menschen, die einen Schlaganfall erleiden. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten arbeitet auf dieser Station zusammen.

Schlaganfallpatienten profitieren von der spezialisierten Ausbildung aller Mitarbeiter, der reibungslosen Organisation der Abläufe und vor allem der kontinuierlichen Überwachung. 2009 erhielt die Stroke Unit erstmalig das Zertifikat der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Im Jahr 2012 ist dieses Zertifikat erneuert worden. Die Auszeichnung belegt die hohe Qualität und streng standardisierten Abläufe in dieser Spezialeinrichtung.


Was passiert im Notfall?

Um dem Schwerhörigen wirkungsvoll helfen zu können, ist zunächst einmal eine möglichst frühzeitige Diagnostik erforderlich. Dabei reicht die konventionelle Bestimmung der Hörschwelle für Töne oder ein Sprachhörtest ganz sicher nicht aus. Die Altersschwerhörigkeit zeigt sich nämlich zu einen vor allem in Hörsituationen mit Nebengeräuschen (Hören im Störschall) und ist zum anderen ganz wesentlich durch degenerative Prozesse der Hörbahn mit bestimmt. Beides muss bei der Prüfung ebenfalls erfasst werden.


Möglichst frühzeitige Therapie

Bei den ersten Symptomen: Sofort die 112 wählen, damit der Notarzt so schnell wie möglich das nächstgelegene geeignete Krankenhaus ansteuern kann – möglichst ein Krankenhaus, das alle Voraussetzungen hat, Schlaganfallpatienten in all ihrer Verschiedenheit und mit all den modernen Verfahren der Medizin zu behandeln.

Um die Diagnose „Schlaganfall“ schnellstmöglich und sicher zu bestätigen bzw. ggf. zu revidieren, erfolgt in der radiologischen Abteilung der Ruppiner Kliniken zunächst eine Notfall-Computertomographuntersuchung. Bestätigt sich der Verdacht, setzt unmittelbar die Therapie ein. Haben der Patient bzw. seine Angehörigen schnell auf die Symptome reagiert, kann als Akutmaßnahme die so genannte Lysetherapie eingesetzt werden, bei der ein Medikament im Blutkreislauf das Blutgerinnsel im Gehirn auflösen soll. Diese effektivste Schlaganfalltherapie kann jedoch nur in einem Zeitfenster von 4,5 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome zum Einsatz kommen - je früher, desto effektiver!

Nach Verlegung des Patienten auf die Stroke Unit stellen die Spezialisten hier die umfassende Diagnose: Was ist die Ursache des Schlaganfalls? Wie stark ist der Patient betroffen? Währenddessen werden Blutdruck, Blutzucker, Puls, Atmung, Körpertemperatur intensiv überwacht. Treten hier Veränderungen auf, kann um bleibende Schäden zu vermeiden sofort reagiert werden.

Der Schlaganfallpatient wird umfassend untersucht, häufig auch in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Kardiologie. Nicht selten werden auch die Fähigkeiten von Gefäßchirurgen und Neurochirurgen benötigt. Es handelt sich insgesamt und eine interdisziplinäre Behandlung. Bereits am 1. Tag beginnt auch der Rehabilitationsprozess. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Sprachtherapeuten behandeln die Patienten individuell – je nachdem, welche Symptome vorliegen.

Die weiterführende Behandlung des Patienten erfolgt zunächst auf der neurologischen Normalstation und später, wenn notwendig, in einer Rehaklinik oder – bei älteren Patienten – in der Klinik für Geriatrie oder in der Geriatrischen Tagesklinik. Das Ziel hier und anschließend bei der ambulanten Rehabilitation bspw. im Rehazentrum Alte Schwimmhalle ist, den Patienten soweit zu mobilisieren, dass ein weitestgehend selbstständiger Alltag möglich ist.


Moderne Therapieverfahren

Seit einigen Monaten wenden die Experten der Ruppiner Kliniken bei Patienten, bei denen sich eine große hirnversorgende Arterie mit einem Gerinnsel verschlossen hat, ein neues neuroradiologisches Verfahren an. Dr. Reimund Parsche, Chefarzt unseres Zentrums für bildgebende Diagnostik, kann mit Hilfe eines Katheters, der durch die Leiste eingeführt wird, dieses Gerinnsel direkt entfernen, und zwar auch dann, wenn Medikamente es nicht geschafft haben, das Gerinnsel aufzulösen. Diese Therapie kann lebensrettend sein.

Das zweite, ebenfalls neuroradiologische Verfahren, betrifft Patienten, die mit den Symptomen des Schlaganfalls morgens aufwachen und bei denen man nicht sicher sagen kann, wann die Symptome angefangen haben. Mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) können Neurologen und Radiologen nun recht genau bestimmen, ob auch bei diesen Patienten die medikamentöse Lysetherapie zur Auflösung des Gerinnsels durchgeführt werden kann. Bis vor kurzem konnte diese so wichtige Therapie bei diesen Patienten prinzipiell nicht angewendet werden. Ein großer Fortschritt also!


Dem Schlaganfall vorbeugen

Bestimmte Risikofaktoren begünstigen den Hirninfarkt – Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes, erhöhter Cholesterinspiegel. Wenn Sie aktiv etwas für die Schlaganfallprävention, also zur Vermeidung eines Hirninfarktes tun möchten, werden Sie aktiv!

Der Effekt der Bewegung auf das allgemeine Wohlbefinden und die Reduktion von Risikoparametern kann nicht hoch genug bewertet werden. Dabei erwartet niemand von Ihnen die Teilnahme an einem Triathlon oder ein tägliches Sportprogramm von 3 Stunden Dauer. Schon ein flotter Spaziergang am Abend, eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer und ein, zwei Bahnen schwimmen haben einen erheblichen Effekt. Sie sporteln lieber gemeinsam? Im Rehazentrum »Alte Schwimmhalle« gibt es ein umfangreiches Kursangebot. Die optimale „Dosis“ für Sport lautet „5 Mal pro Woche 30 Minuten“. Aber auch geringere Dosen haben bereits einen schützenden Effekt. Lassen Sie sich durch diese Zahlen also nicht abschrecken.

Was tun gegen zu hohen Blutdruck?
Häufig sinkt der Blutdruck durch regelmäßige körperliche Betätigung und eine Ernährungsumstellung (Salzverbrauch einschränken!). Leichtes Ausdauertraining hat nachgewiesenermaßen einen günstigen Einfluss auf den Blutdruck. Wenn Sie zusätzlich fettes Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol und Fast Food nur gelegentlich konsumieren und sich anstelle dessen eher „mediterran“ ernähren, verlieren Sie neben den hohen Blutdruckwerten noch das ein oder andere Pfund Gewicht.


Unsere Sprechstunde zum Thema

Schwerhörigkeit im Alter

Was hast du gesagt? - Schwerhörigkeit im Alter

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"Schlecht sehen trennt von den Dingen, schlecht hören trennt von den Menschen" (I.Kant)
Diese Aussage Kants trifft den Nagel auf den Kopf - für ältere und alte Menschen, wie übrigens in gleicher Weise für kleine Kinder, ist das Ohr das wichtigste Sinnesorgan.


Schwerhörigkeit und Demenz

Folge der Schwerhörigkeit ist vor allem eine zunehmende Beeinträchtigung der Kommunikationsfähigkeit und die dadurch bedingte Isolation der Betroffenen. Durch die geringere Anregung der zentralen, also im Gehirn gelegenen Teile des Hörorgans, wird die Schwerhörigkeit zu einem wichtigen Faktor für die Entstehung der senilen Demenz.


Ursachen für Schwerhörigkeit

Da ist es dann besonders bedauerlich, dass etwa 40% der Menschen ab dem 65. Lebensjahr an einer Altersschwerhörigkeit leiden, die durch den mehr oder weniger normalen Alterungsprozess des Hörapparates entsteht. Dazu kommt nicht selten ein zusätzlicher Hörverlust durch chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, eine Zucker- oder Fettstoffwechselerkrankungen und äußere Einflüsse, vor allem durch Lärm. Dem gegenüber sind andere Formen er Schwerhörigkeit, etwa solche, die durch Funktionsstörungen des Mittelohres bedingt sind, von untergeordneter Bedeutung.


Umfassende Diagnostik

Um dem Schwerhörigen wirkungsvoll helfen zu können, ist zunächst einmal eine möglichst frühzeitige Diagnostik erforderlich. Dabei reicht die konventionelle Bestimmung der Hörschwelle für Töne oder ein Sprachhörtest ganz sicher nicht aus. Die Altersschwerhörigkeit zeigt sich nämlich zu einen vor allem in Hörsituationen mit Nebengeräuschen (Hören im Störschall) und ist zum anderen ganz wesentlich durch degenerative Prozesse der Hörbahn mit bestimmt. Beides muss bei der Prüfung ebenfalls erfasst werden.


Möglichst frühzeitige Therapie

Die aus den genannten Gründen unbedingt zu fordernde Behandlung der Schwerhörigkeit besteht zumeist in der möglichst frühzeitigen Versorgung mit einem Hörgerät. Um die derzeit noch ausgesprochen schlechte Akzeptanz von Hörgeräten gerade bei älteren Menschen zu verbessern, ist die Aufklärung über die Bedeutung der Schwerhörigkeit ebenso von Bedeutung wie die adäquate Auswahl und Einstellung des Gerätes. Wichtiger als eine optimale Klangqualität ist dabei die wirkungsvolle Unterdrückung von Störgeräuschen. Darüber hinaus ist oft ein “Hörtraining“ sinnvoll: durch Bewegungs-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsübungen soll eine positive Hörwahrnehmung und der Hörgenuss gefördert werden. Übrigens: die Hörgeräteversorgung macht ein Ohrgeräusch (Tinnitus) oft deutlich erträglicher!

Von: Dr. med. Achim Franzen, Chefarzt
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten

Darmkrebsvorsorge

Blut im Stuhl?

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Darmkrebs ist eine stark verbreitete Krankheit. Jährlich sterben in Brandenburg schätzungsweise 680 Menschen an Darmkrebs. Das sind etwa viermal so viele Todesopfer wie der Straßenverkehr fordert. Weil in unserer Gesellschaft das Thema Darm mit Tabus und falscher Scham belegt ist, gehen viele Menschen oft erst bei Symptomen zum Arzt. Dann, wenn starke Schmerzen, Blut im Stuhl und Durchfall häufiger auftreten.


Darmkrebs ist kein Schicksal

Sie haben es in der Hand, ihr Darmkrebsrisiko entscheidend zu senken. Nutzen Sie die Chancen der Früherkennung. Gehen Sie zur Vorsorge. Darmkrebs ist heilbar, aber nur, wenn er rechtzeitig entdeckt wird. Ihr Auto bringen Sie doch auch regelmäßig zum TÜV, oder?


Vorsorge ist das beste Rezept

Wenig Zeit, Alltagshektik, Angst vorm Arzt: Wir wissen, niemand geht gern zum Doktor. Springen Sie trotzdem über Ihren Schatten. Eine Vorsorgeuntersuchung geht schnell und schafft Klarheit für zehn Jahre.


Das können Sie tun

  • Bewahren Sie ruhig Blut: Okkult-Bluttests können verborgenes Blut im Stuhl entlarven. Tests gibt’s beim Hausarzt oder beim Apotheker.
  • 20 Minuten für 10 Jahre Sicherheit: Sie dauert gerade mal 20 Minuten und ist die sicherste Methode der Früherkennung – die Darmspiegelung. Mit ihr lassen sich Vorstufen von Krebs aufspüren und bereits während der Untersuchung schmerzlos sowie restlos entfernen.

Wie hoch ist Ihr Risiko?

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Umfassende Informationen zu unserem Darmkrebszentrum finden Sie hier.

Epilepsien im Kindes- und Jugendalter

Epilepsien im Kindes- und Jugendalter

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Epilepsie zählt zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems im Kindesalter. Viele Menschen verstehen unter dem Begriff Epilepsie ein eindrückliches Anfallsgeschehen, mit beispielsweise Streckkrämpfen und rhythmischen Zuckungen, das auch als Grand Mal bezeichnet wird. Darüber hinaus existiert jedoch eine Vielzahl von Anfallsformen mit ganz unterschiedlicher Symptomatik. Zum Teil sind diese für Beobachter kaum wahrzunehmen und können somit insbesondere im Kindesalter schnell übersehen werden.

Epileptische Anfälle im Kindes- und Jugendalter können eigenständige Krankheiten sein, treten jedoch auch bei anderen komplexen neurologischen, genetischen oder entzündlichen Erkrankungen als Symptom auf. Gerade im Kindesalter manifestieren sich neurologische Krankheitsbilder, die mit epileptischen Anfällen einhergehen (z.B. GLUT-1 Defekt, Dravet-Syndrom).


Epilepsie und Entwicklung

Epilepsie zeigt sich nicht nur in epileptischen Anfällen. Entwicklungsstörungen und Beeinträchtigungen der mentalen Verarbeitungsgeschwindigkeit und des Reaktionsvermögens, der Aufmerksamkeit oder der Sprache sind  häufig Begleiterscheinungen.

Damit die behandelnden Ärzte Entwicklungsstörungen und kognitive Beeinträchtigungen auszuschließen oder deren Ausmaß feststellen können, sind umfangreiche (neuro)psychologische Untersuchungen und eine Entwicklungsdiagnostik notwendig. Denn nur die genaue Kenntnis der Begleiterkrankungen ermöglicht die gezielte Beratung, Therapie, Förderung und integrative Maßnahmen.


Epilepsiediagnostik im Kindesalter

Am Anfang der Diagnostik steht die ausführliche Anfallsanamnese. Zudem klären die spezialisierten Fachärzte die Ursachen. Dies erfordert neben einer gezielten EEG-Diagnostik und Bildgebung eine umfassende neurologische Abklärung einschließlich neurometabolischer und genetischer Krankheitsbilder.


Klassifikation kindlicher Epilepsien

Epilepsien werden (abhängig vom Alter des Kindes beim ersten Auftreten eines epileptischen Anfalls), nach Anfallsformen und der zugrundeliegenden Erkrankung kategorisiert.

Die idiopathischen Epilepsien haben zumeist einen genetischen Hintergrund.

Hier können zum einen generalisierte idiopathische Formen vorliegen. In diesen Fällen betrifft die epileptische Erregung sofort das ganze Gehirn. Die Hirnstruktur ist in der Bildgebung unauffällig. Die Kinder sind normal entwickelt. Bei diesen Epilepsien haben Medikamente zumeist eine hohe Wirksamkeit.

Zum anderen treten idiopathisch fokale Epilepsien wie z.B. die Rolando-Epilepsie auf.Diese Form de Epilepsie ist gekennzeichnet durch sporadische Anfälle, die nicht zwangsläufig einer medikamentösen Behandlung bedürfen. Nicht selten leiden die an einer Beeinträchtigung der Sprachentwicklung, Konzentration oder Teilleistungsstörung.

Die idiopathischen Partialepilepsien sprechen gut auf eine medikamentöse Behandlung an.

Die symptomatisch fokalen Epilepsien sind zumeist Folge einer strukturellen Veränderung des Gehirns (prä/perinatale Schädigung, Infarkt, Narben, Schädel-Hirn Trauma, Hippocampussklerose), entzündlicher,- und Autoimmunerkrankungen (z.B. Meningo-Encephalitis, Rassmussenencephalitis), angeborener Fehlbildungen der Großhirnrinde oder der weißen Substanz, Gefäßmissbildungen (Kavernome) oder Tumore (z.B. Harmatome, DNET). Die Anfallsform ist dabei abhängig von dem Ort der  zugrundeliegenden Schädigung, dem Anfallsursprung und der Ausbreitung der epileptischen Erregung.

Symptomatisch fokale Anfälle können in jedem Alter auftreten. Fokalen Epilepsien sprechen nicht immer gut auf eine medikamentöse Therapie an. Aus diesem Grund sollte früh an ein epilepsiechirurgisches Monitoring gedacht werden.

Die Kryptogen Epilepsien bieten ein vielfältiges Anfallsbild. Experten vermuten eine symptomatische Ursache, die jedoch mit den derzeitigen diagnostischen Möglichkeiten noch nicht nachgewiesen werden kann.

Die Epilepsiesyndrome und Epileptische Encephalopathien sind in der Regel therapieresistent und weisen Aspekte generalisierter und fokaler Anfälle auf. Sie sind gekennzeichnet durch das zeitgleiche Vorliegen verschiedener Anfallsformen, typische EEG-Muster, vielfältige Ursachen der Epilepsie und/oder neurologischen Erkrankung und Verlauf. Auch das Alter bei Beginn der Epilepsie spielt eine Rolle. Häufig leiden Betroffene an  schwereren neurologischen Defiziten und Entwicklungsstörungen. Anfallsfreiheit wird trotz intensiver Bemühungen selten erreicht.


Epilepsietherapie im Kindesalter

Für eine gezielte antiepileptische Therapie ist eine genaue Diagnose unabdingbar. Darüber hinaus finden bei der Therapieentscheidung auch die Besonderheiten des heranwachsenden Kindes, die kognitive, sprachliche und motorische Entwicklung und das Verhalten des Kindes, seine biographische Situation und soziales Umfeld Berücksichtigung.

Die Praxis zeigt, dass bei der Behandlung kindlicher Epilepsien ca. ein Drittel der  Kinder durch das erste Medikament anfallsfrei werden. Bei einem weiteren Drittel  erreichen weitere Medikamente oder eine Kombinationstherapie Anfallsfreiheit. Epileptische Anfälle werden durch die Therapie unterdrückt, nicht geheilt. Ohne Behandlung können die Anfälle und deren negativer Einfluss auf die Entwicklung, Kognition und Verhalten zunehmen, während zugleich eine wirksame Therapie schwieriger wird.

Viele bewährte Medikamente sind trotz guter Erfahrungen und umfangreicher Kenntnisse über die Medikamentensicherheit nicht für alle Altersgruppen zugelassen. Jedoch besteht  die Möglichkeit eines „individuellen Heilversuches“ (off-label use).

Bei bekanntem Glukose-Transporter Defekt (GLUT 1) und einigen selteneren neurologischen Stoffwechselerkrankungen ist die Ketogene Diät die Therapie der ersten Wahl. Auch bei der Behandlung therapieresistenter Epilepsien hat sich die Ketogene Diät bewährt.

Viele Epilepsien im Kindesalter können mittlerweile gut behandelt werden, die Kinder entwickeln sich normal und vertragen die Medikamente gut. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch milde Einschränkungen der Lern-, Konzentrations- und Gedächtnisfunktionen mit Beeinträchtigung der Entwicklung, schulischen Leistungen und sozialen Prognose.

Die Behandlung therapieschwerer Epilepsien und Epilepsiesyndrome setzt daher umfassende neuropädiatrische, sozialpädiatrische und epileptologische Kenntnisse voraus. Für an epileptischen Anfällen leidenden Kinder ist die Betreuung durch ein multiprofessionelles Team und Kooperation verschiedener Fachdisziplinen wichtig.

Bei Verdacht auf eine Epilepsie wenden Sie sich an einen Kinderarzt mit Schwerpunktbezeichnung Neuropädiatrie und Erfahrung in der Behandlung kindlicher Epilepsien.

Anlaufstellen sind

  • Niedergelassene Kinderärzte mit Schwerpunkt Neuropädiatrie
  • Sozialpädiatrische Zentren
  • Epilepsiezentren und Epilepsieambulanzen
  • Medizinische Versorgungszentren mit Schwerpunkt Neuropädiatrie

Unser Sozialpädiatrisches Zentrum ist als Epilepsieambulanz der DGfE zertifiziert. Eine stationäre Abklärung zur Diagnostik kindlicher Epilepsien sowie zur Therapieoptimierung und umfassenden Betreuung bei therapieschweren Epilepsien kann über die Kinderklinik der Ruppiner Kliniken erfolgen.

Was steckt hinter COPD?

Atemnot, Husten, Auswurf – Was steckt hinter COPD?

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Über die Atmung machen sich gesunde Menschen in  der Regel nur wenige Gedanken. Denn nichts scheint so leicht wie das Ein- und Ausatmen. Aber der Prozess, der uns am Leben hält, ist kompliziert. Und unsere Lunge hat Höchstleitungen zu vollbringen, während wir nur sehen, dass sich der Brustkorb hebt und senkt. Bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen erscheint das Atmen nicht mehr wie eine der einfachsten Übungen. Vielmehr ist die Lungenfunktion teilweise so stark eingeschränkt, dass Betroffenen bereits nach kurzer Anstrengung „aus der Puste“ sind. Das Atmen wird zur Qual.


Chronisch lungenkrank?

Das dauerhafte Schädigen der Lunge (durch Tabakrauch, Umweltgifte) führt bei etwa 20 Prozent der Bevölkerung zu einer chronischen Lungenerkrankung. Durch das beständige Einatmen von lungenbelastenden Schadstoffen kann es zu Umbau- und Entzündungsprozessen in unserer Lunge kommen. Die Schleimhäute schwellen an und produzieren einen zähen Schleim, dem sich der Körper entledigen will. Eine chronische Bronchitis ist die Folge. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht man von einer chronischen Bronchitis, wenn Beschwerden wenigstens zwei Jahre in Folge für drei Monate anhalten. Zu den Beschwerden gehört starker Husten mit Auswurf von zähem Schleim. In diesem ersten Stadium kann man die Erkrankung gut behandeln. Die wichtigste Therapie ist dabei der Verzicht auf den blauen Dunst.

Schädigen Patienten die Lunge weiterhin mit Schadstoffen aus dem Glimmstengel besteht die Gefahr, dass sich die chronische Bronchitis Stadium 1 in eine Obstruktive chronische Bronchitis (Stadium 2) verschlimmert. Hier gehen Husten und Auswurf mit Atemnot und körperlicher Leistungseinschränkung einher.

Kommt dazu noch ein Lungenemphysem (Überblähung der Lunge, Oberfläche der Lunge ist dauerhaft verkleinert, Sauerstoffgehalt im Blut sinkt) spricht der Arzt von der COPD.


Welche Symptome zeigen eine COPD an?

Zumeist zeigt sich eine COPD durch chronischen Husten, der seit Monaten oder gar Jahren besteht. Häufig ist dieser Husten nach dem Erwachen am stärksten und in Herbst/Winter stärker als in Frühjahr und Sommer.

Zu den weiteren Hauptsymptomen zählt der Auswurf von Sputum, einer Absonderung der Atemwegschleimhaut. Verzichten COPD-Betroffene auf das Rauchen, kann sich die Menge des ausgehusteten Sputums vermindern oder gar ganz verschwinden.

Weiterhin besteht bei den Patienten häufig eine „Atemlosigkeit“. Bereits nach kurzer körperlicher Anstrengung leiden die Betroffenen an Atemnot. Im weiteren Verlauf einer COPD kann dies zur vollständigen Immobilität führen.

Häufig sind auch immer wieder (schubweise) auftretende Lungenentzündungen.


Wie kann man eine COPD diagnostizieren?

Wenn Sie Symptome wie chronischen Husten mit Auswurf und/oder Kurzatmigkeit bei sich beobachten, gehen Sie bitte zu Ihrem Hausarzt. Dieser kann mithilfe eines Lungenfunktionstestes ermitteln, ob und wie stark Ihre Lungenfunktionen eingeschränkt sind. Auch Pneumologen bieten diese Tests an. Zudem wird das Sputum analysiert, um andere Erkrankungen auszuschließen. Denn auch Bronchialkarzinome, Herzinsuffizienz oder die Tuberkulose können ähnliche Symptome wie eine COPD aufweisen.


Therapie bei der COPD

Eine COPD ist nicht heilbar. Dennoch gibt es Möglichkeiten sie zu therapieren und damit die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Wichtigster Therapiebaustein: Rauchverzicht. Unterstützend wirken Sport und eine gesunde Ernährung.

Medikamentöse Therapien dienen der Linderung der Symptome. Zumeist inhalieren Patienten Bronchodilatoren, welche die Atemwege erweitern und somit das Atmen erleichtern.

Wenn die ausreichende Sauerstoffzufuhr durch Atmen allein nicht gewährleistet wird, greift die Sauerstofftherapie. Hier erhalten die Patienten über eine Nasenbrille zusätzlichen Sauerstoff. Wenn der Körper von Patienten in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung so geschwächt ist, dass er nicht in der Lage ist, die notwendige Atemarbeit zu erbringen, kommen Beatmungsverfahren zur Anwendung.

Leiden Patienten bereits an einem Lungenemphysem, kann eine Ventiltherapie helfen. Dieses Verfahren bieten bislang nur wenige Kliniken an. An den Ruppiner Kliniken wird die Lungenvolumenreduktion mithilfe von in die Lungenlappen eingesetzten Ventilen erreicht. Die Ventile erlauben das Ausströmen von Luft und Sekret, nicht jedoch das Einströmen. Dadurch verkleinern sich die überblähten, erkranten Lungenlappen – der gesunde Teil der Lunge hat mehr Platz sich auszudehnen.

Die Ultima Ratio ist eine Lungentransplantation, bei der entweder ein oder beide Lungenflügel transplantiert werden. Da an COPD-erkrankte Patienten in einem späten Krankheitsstadium häufig an zahlreichen Beschwerden leiden und dementsprechend geschwächt sind, kommt eine Transplantation nur in wenigen Fällen in Betracht.

Bitte denken Sie daran: Einer COPD kann man nur vorbeugen – heilen kann man Sie nicht.

Winterblues und Depressionen

Winterblues und Depressionen

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Trotz all dem Schönen, das Herbst und Winter mit sich bringen, sind die so genannten dunklen Jahreszeiten bei vielen Mitmenschen nicht allzu gut gelitten. Einige fürchten glatte Straßen, kalte Füße und Erkältungen. Und etlichen macht die länger andauernde Dunkelheit psychisch und seelisch zu schaffen.


Nur verstimmt oder depressiv?

Sicherlich kennen die meisten das Gefühl, in Herbst und Winter nicht richtig in die Gänge zu kommen, schneller müde zu werden oder vermehrt Appetit auf Süßes zu haben. Auch melancholische Momente sind nicht ungewöhnlich für den „Winterblues“. Problematisch wird es allerdings, wenn diese Symptome über Wochen und Monate anhalten und so stark sind, dass sich ein Leidensdruck für Betroffene oder deren Angehörige aufbaut. Ist das Wohlbefinden dermaßen beeinträchtigt, sprechen Experten von einer saisonalen Depression. Menschen, die darunter leiden, klagen über Lustlosigkeit, Deprimiertheit und Lethargie. Während eine klassische Depression durch Schlafstörungen und Appetitlosigkeit gekennzeichnet ist, haben Patienten mit einer Winterdepression ein erhöhtes Schlafbedürfnis und häufig regelrecht Heißhunger auf Süßigkeiten.


Licht ist die beste Medizin

Die Therapie der saisonal abhängigen Depression ist relativ einfach: Licht. Fachärzte für Psychiatrie gehen davon aus, dass ein Großteil der Depressionen durch eine Störung des Melatonin-Systems hervorgerufen wird. Um die Bildung dieses Hormons, das den Tag-Nacht-Rhythmus in unserem Körper steuert, zu regulieren, setzen die Fachärzte ein sehr helles Licht ein. Als Lichtquelle dienen Tageslichtlampen, die weißes Licht abgeben, das dem Spektrum des Sonnenlichts gleichkommt. Vor diese setzen sich die Betroffenen täglich 20 bis 60 Minuten – am besten gleich nach dem Aufstehen.


Dem Winterblues vorbeugen?

Depressionen kann man nicht vorbeugen, man kann sie nur behandeln. Doch gegen Stimmungstiefs, Melancholie, also eine depressive Verstimmung, gibt es Mittel und Wege: Aktivität (vor allem an der frischen Luft) und Tageslicht. Auch eine Tageslichtlampe kann helfen, der schlechten Laune in den dunklen Monaten ein Schnippchen zu schlagen. Bedenken Sie jedoch, dass Reflektieren, das Nachdenken auch über Trauriges und sich etwas auf sich zu Besinnen auch zu dem Schönen in den dunklen Jahreszeiten gehören kann. Nicht jedes Stimmungstief ist eine Depression.

Hilfe bei Harninkontinenz

Hilfe bei Harninkontinenz

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Harninkontinenz ist kein Leiden, das nur wenige Menschen betrifft. In Deutschland leiden Millionen Menschen an dem Unvermögen, Urin sicher in der Harnblase zu halten. Trotzdem schämen sich die Betroffenen häufig wegen ihrer Erkrankung. Dabei kann vielen von Spezialisten in einem interdisziplinären Beckenzentrum geholfen werden.


Multidisziplinäre Probleme

Die häufigsten Formen der Harninkontinenz bilden Drang- und Belastungsinkontinenz sowie deren Mischformen. Dranginkontinenz ist gekennzeichnet durch ein plötzliches starkes Harndranggefühl mit unbeabsichtigtem Urinverlust. Schon bei geringen Harnmengen in der Blase zieht sich er Blasenmuskel zusammen und löst den Harndrang aus. Häufig kommt es dann auf dem Weg zur Toilette zum Harnverlust. Weitere Anzeichen für eine Dranginkontinenz sind das häufige Wasserlassen, wobei nur geringe Urinmengen ausgeschieden werden sowie starkes Harndranggefühl in der Nacht.

Anders verhält es sich bei der Stress- oder Belastungsinkontinenz. Hier wird ein unwillkürlicher Urinverlust ohne Harndrang bei körperlichen Anstrengungen beobachtet. So kann es beim Heben, Niesen, Husten oder Tragen zu ungewolltem Harnabgang kommen. Grund ist ein gestörtes Zusammenspiel zwischen Blasenverschluss, Beckenboden und Harnröhre. Sie können dem Druck, der durch diese Tätigkeiten im Bauchinnenraum entsteht, nicht (mehr) entgegen wirken. Bei einer Stressinkontinenz dritten Grades verlieren Betroffene schon bei Bewegungen ohne körperliche Anstrengung unfreiwillig Urin. Von dieser Form der Inkontinenz sind am häufigsten Frauen betroffen. Dies liegt unter anderem an der weiblichen Anatomie des Beckens. Schwangerschaften, Alterungsprozesse und Bewegungsmangel tragen dazu bei, dass die Harnröhre nicht mehr fest im Muskel- und Bindegewebe verankert ist.

Funktionsstörungen der Blase sind oft von Veränderungen in ihrer Umgebung beeinflusst. Gerade Senkungszustände bei Frauen können einen nicht unerheblichen Anteil haben. Diese zu berücksichtigen und abzuklären, ist Teil der komplexen Abklärung und Behandlung.


Umfassende Diagnostik

Die Gründe für Harninkontinenz sind vielfältig. Daher durchlaufen die Betroffenen in unserem Beckenbodenzentrum einen festgelegten Diagnostikpfad. Hier steht an erster Stelle eine umfassende Anamnese, also ein Gespräch mit dem Arzt, in dem die Symptome, Lebensumstände, andere Erkrankungen oder psychosoziale Faktoren detailliert besprochen und erhoben werden. Der Anamnese schließen sich Miktionstagebuch, Urinuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen der Niere und Blase, Harnstrahlmessungen und Restharnkontrolle mithilfe von Ultraschall und die urodynamische Untersuchung an. Bei dieser katheterbasierten Untersuchung messen die Fachärzte die Druckverhältnisse in der Blase abhängig vom Füllungszustand und die Verschlusskraft des Schließmuskels.

Bei speziellen Fragestellungen erhalten Patientinnen und Patienten außerdem eine dynamische Magntresonanztomographie. Bei dieser Form der Bildgebung können unsere Experten die Struktur und Funktion der Gewebe und Organe in kleinsten Details sichtbar machen und beurteilen. Nach Auswertung der Untersuchungen erstellen die behandelnden Ärzte gemeinsam mit den Patienten einen individuellen Therapieplan.


Individuelle Therapie

So vielfältig wie die Ursachen der Inkontinenz sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Je nach Symptomatik und Auslöser der Harninkontinenz können medikamentöse Verfahren oder spezielle Physiotherapie Linderung bringen.
PDF-Download: Infoflyer Beckenbodengymnastik

Doch was tun, wenn Medikamente, Physiotherapie und andere konservativmedizinische Verfahren nicht helfen? Die Experten des Beckenbodenzentrums Nordbrandenburg können ebenfalls verschiedene operative Verfahren durchführen, wenn dies erforderlich und erfolgsversprechend ist.

Bei der einfachen Belastungsinkontinenz sind – auch bei Männern - spannungsfreie Bandeinlagen das Mittel der Wahl. Ist diese Inkontinenz kombiniert mit einer Senkung, können Operationen durch die Bauchdecke geeigneter sein. Für besondere Situationen stehen noch weitere Operationsmethoden bis hin zur Implantation eines künstlichen Schließmuskels zur Verfügung.

Die Dranginkontinenz ist ein Symptom verschiedenster Erkrankungen.

In einigen Fällen hilft die die Korrektur einer Senkung oder die Beseitigung von Harnröhrenverengungen.

Bei anderen Patientinnen und Patienten empfiehlt sich der Einsatz eines so genannten Blasenschri ttmachers (sakrakler Neuromodulator). Mit ihrer Hilfe kann die natürliche Funktion der Blase wieder hergestellt werden. Der Schrittmacher moduliert die Nerven, die Blase und an der Harnausscheidung beteiligte Muskeln kontrollieren. So kann ein unkontrollierter Harnverlust verhindert werden. Besonders geeignet ist diese Methode, wenn sich die Blase zusätzlich nicht ausreichend entleert oder die Harninkontinenz mit einer Stuhlinkontinenz kombiniert ist

Ein ebenfalls schonendes Verfahren für die Therapie der Dranginkontinenz stellt die BOTOX-Therapie dar. Bei diesem Verfahren wird Botulinumtoxin unter Narkose in verschiedene Stellen der Blasenmuskulatur injiziert und so die Überaktivität des Blasenmuskels gedämpft. Diese Behandlung muss in größeren Intervallen wiederholt werden

Unsere Experten können Ihnen hier mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Sollten Sie Fragen haben oder selbst an Harninkontinenz leiden, scheuen Sie sich nicht, unsere Experten des Beckenbodenzentrums zu kontaktieren.

Direkt zu unserem Beckenbodenzentrum

Volksleiden Kopfschmerz

Volksleiden Kopfschmerz

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Migräne als spezielle Form des Kopfschmerzes

Es gibt ca. 150 Arten von Kopfschmerz, die grob in zwei Gruppen aufgeteilt werden – die primären Kopfschmerzen und die sekundären Kopfschmerzen. Unter sekundären Kopfschmerzen versteht man die Kopfschmerzen, die Symptom einer anderen Erkrankung sind. Es gibt eine ganze Reihe solcher Erkrankungen. Manche sind harmlos – wie zum Beispiel die Erkältung – manche sind potentiell bedrohlich – wie zum Beispiel eine Hirnblutung. Häufiger sind aber die primären Kopfschmerzformen wie Spannungskopfschmerz oder Migräne. Für solche Kopfschmerzen findet man in der Regel keine greifbare Ursache. Wenn die behandelnden Ärzte in solchen Fällen ein Bild vom Gehirn machen, sieht es ganz normal aus.


Woran erkennt man Migräne?

Im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz, der zumeist leicht ausgeprägt ist und den ganzen Kopf betrifft, tritt die Migräne in der Regel halbseitig auf und "haut den Patienten regelrecht um". Die meisten Migränepatienten können bei einer so genannten Migräneattacke den Alltag nicht mehr meistern. Sie müssen möglichst lärm- und lichtgeschützt ruhen.


Was tun bei einer Migräneattacke oder anderen Kopfschmerzen?

Wenn der Kopfschmerz leicht ausgeprägt ist, reichen manchmal einfache Maßnahmen wie z.B. Pfefferminzöl auf die Schläfen, an die frische Luft gehen oder einfach nur entspannen. Sind die Schmerzen stärker, ist es ratsam eine Kopfschmerztablette zu nehmen. Kopfschmerztabletten sollten aber nicht zu oft eingenommen werden, da sie dann selbst Kopfschmerzen auslösen und noch zu anderen Nebenwirkungen führen können. Migränepatienten können außerdem versuchen, die Auslöser für ihre Migräneattacken zu finden und zu meiden. Man weiß, dass Migräneattacken durch bestimmte Käsesorten, Wein oder Schokolade ausgelöst werden können. Das sind jedoch nur einige Möglichkeiten.


Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es gibt eine Form des Kopfschmerzes, die selten ist, aber sehr häufig eine lebensbedrohliche Situation anzeigt, bei der man sofort den Notarzt alarmieren muss – das ist der so genannte Donnerschlag-Kopfschmerz, ein Schmerz, der plötzlich, mit voller Wucht und nie dagewesener Stärke auftritt. Er kann ein Indiz für eine Hirnblutung sein.

Der Hausarzt sollte konsultiert werden, wenn man länger als drei Tage in Folge Kopfschmerzen hat oder die Häufigkeit der Kopfschmerzen derart zunimmt, dass die Lebensqualität beeinträchtigt wird. Außerdem muss jeder Kopfschmerz ärztlich untersucht werden, der von anderen neurologischen Symptomen wie Sehstörungen, Schwindel oder Lähmungserscheinungen begleitet wird.

Der behandelnde Arzt wird den Patienten zunächst eingehend zu den Symptomen, den Lebensumständen, der Krankengeschichte, Medikamenteneinnahme etc. befragen. Eine körperliche Untersuchung kann weiterhin Aufschluss darüber geben, ob sich hinter dem Symptom Kopfschmerz eine andere Erkrankung verbirgt. Das ist gar nicht so selten der Fall. Darum ist es ratsam den Patienten auch Spezialisten wie Zahnärzten, Augenärzten oder einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde vorzustellen. Erst wenn man sich ein umfassendes Bild über den Gesundheitszustand des Patienten gemacht hat, kann man eine präzise Diagnose stellen. Die Behandlung spezieller primärer Kopfschmerzsyndrome gehört in die Hand eines Neurologen.

Keine Schmerzen nach einer Operation

Keine Schmerzen nach einer Operation

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Neues Schmerzkonzept unterstützt Patienten bei der Genesung

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz“, wer hat diesen Spruch nicht schon einmal gesagt, wenn jemand über Schmerzen klagt. Doch über diesen Satz lohnt es sich, gründlich nachzudenken. Denn der Schmerz gehört zum Menschen, er schützt unser Leben.

Jeder von uns nimmt Schmerzen anders wahr. Schmerzen haben sowohl körperliche als auch seelische Ursachen. Schmerzen sind in der Regel ein unangenehmes Gefühl. Deshalb ist es nur allzu menschlich, dass wir uns vor starken Schmerzen fürchten.

Für viele ist zum Beispiel ein Krankenhausaufenthalt wegen einer Operation verbunden mit der Sorge vor starken Schmerzen. Um Patienten von unnötigen Schmerzen im Anschluss an eine OP zu befreien, haben die Ruppiner Kliniken im Dezember 2012 ein neues Schmerzkonzept im Operativen Zentrum eingeführt.

Unter Leitung der Neurologin und Schmerzbeauftragten Dr. Nicola Apitz wurden Leitlinien und Standards für die Schmerzbehandlung je nach Eingriff entwickelt. „Unser Ziel ist es, bei den Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes das Niveau des Schmerzes so gering wie möglich zu halten“, erläutert Dr. Apitz. „Denn je weniger Schmerzen sie haben, umso schneller genesen sie!“ Art und Umfang der Schmerztherapie an den Ruppiner Kliniken richtet sich nach der geplanten Operation, der damit verbunden zu erwartenden Schmerzstärke und den Vorerfahrungen des Patienten mit Schmerzen.


Schmerzen schnell wirksam bekämpfen

Dank moderner Schmerztherapie muss heute kein Patient mehr den Indianer spielen. Ein Großteil der Schmerzen lässt sich durch Medikamente auf ein erträgliches Maß reduzieren. In den Ruppiner Kliniken kommen dafür je nach Operation drei sogenannte Analgetika (schmerzstillende Medikamente) zum Einsatz.

Wichtig für die effektive Schmerzbehandlung ist, dass der Patient mitwirkt. Deshalb sollten Sie Ihre Schmerzen so schnell wie möglich dem Pflegepersonal melden und nicht versuchen, sie auszuhalten.
Schmerzen können sich nach einer OP unter anderem auf Ihre Beweglichkeit, Ihre Atmung, Ihre Konzentration und auf Ihre Motivation zur Behandlung negativ auswirken. Deshalb ist eine wirksame Schmerztherapie ein wichtiger Beitrag zu Ihrer schnellen Genesung.


Die Schmerzbehandlung

Wenn Sie bereits im Vorfeld der OP Schmerzmedikamente einnehmen, werden diese bei der Aufnahme dokumentiert. Das Ärzte- und Apothekenteam besprechen mit Ihnen, welche Medikamente Sie weiter einnehmen dürfen und welche im Rahmen der Schmerztherapie ersetzt werden.

Im Anschluss an die Operation bekommen Sie das entsprechende Schmerzmittel verabreicht. Die Therapie wird auf Ihrer Station ohne Unterbrechung fortgeführt.

Bei größeren operativen Eingriffen kommen im Rahmen der Schmerztherapie auch Schmerzpumpen zum Einsatz, mit denen sich die Patienten selbständig per Knopfdruck im Bedarfsfall ein Schmerzmittel über die Vene verabreichen können.


Ambulante Schmerzsprechstunde

An Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, Kopf- und Gesichtsschmerzen, die bereits länger als sechs Monate bestehen, richtet sich die Schmerzsprechstunde der Klinik für Neurologie der Ruppiner Kliniken.

Dr. Nicola Apitz

Sprechzeiten
Montag bis Freitag 13.00 - 15.00 Uhr
und nach Vereinbarung
Anmeldung über Telefon: (03391) 39-3840
Haus F | Sockelgeschoss

Kurzkontakt
Zentrale
(03391) 39-0
(03391) 39-1009
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