Darmkrebs

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Wenn die Diagnose Darmkrebs lautet

Über die Entstehung von Darmkrebs und warum er oft erst bemerkt wird, wenn es zu spät ist

„Sie haben Darmkrebs.“ Wie würde es Ihnen gehen, wenn Sie diesen Satz hören? Soviel ist sicher: Wer an Darmkrebs erkrankt, ringt mit existentiellen Gefühlen: Todesangst, Trauer, hilflose Ohnmacht. Und das gilt nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Angehörigen und Freunde der Erkrankten.

Wie entsteht Darmkrebs?

Darmkrebs bildet sich aus zunächst gutartigen Vorstufen. Damit sind Wucherungen der Darmschleimhaut oder Polypen gemeint. Weit verbreitet sind diese bei Frauen und Männern über 50 Jahren. Man weiß heute, dass die Polypen bereits 10 bis 15 Jahre gewachsen sind, bevor sie zu Darmkrebs werden. Darmkrebs tritt in den verschiedenen Abschnitten des Dickdarms unterschiedlich häufig auf. Mehr als die Hälfte aller Darmtumoren findet man im letzten Darmabschnitt, also im Mastdarm sowie dem angrenzenden Sigma. Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Ländern. Außer den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sind es vor allem genetische Faktoren, die zur Entstehung von Darmkrebs beitragen. Wer familiär vorbelastet ist, trägt ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankung in sich. Bei ca. 30 Prozent der Patienten ist der Darmkrebs vererbt. Andere Ursachen können in einer ungesunden Lebensweise liegen: Rauchen, falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung. Schließlich haben auch Typ 2-Diabetiker ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko. „Eine weitere Risikogruppe bilden Patienten, die unter Colitis ulcerosa und Morbus Crohn leiden“, erklärt Prof. Dr. Stephan Gretschel, Chefarzt an den Ruppiner Kliniken, dessen Methodenspektrum neben allen Facetten der onkologischen und minimal-invasiven Eingriffe auch die beiden genannten Formen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen umfasst.

Wenn es schmerzt, kann es zu spät sein

Sie sind erst 50, fühlen sich fit, Ihr Appetit ist prächtig – alles scheint in bester Ordnung. Dennoch könnten Sie Darmkrebs haben. Denn typisch für ihn ist, dass er im Verborgenen wächst und sich die Geschwulst über einen langen Zeitraum entwickelt, ohne Beschwerden zu verursachen. Das heißt, Sie spüren ihn lange Zeit nicht. Treten Schmerzen auf, ist der Krebs oft schon sehr groß – oder hat Metastasen gebildet. Als Faustregel gilt deshalb: Je früher der Krebs entdeckt wird, desto besser sind seine Heilungschancen.

Hören Sie auf Ihren Bauch

Meistens beginnt es ganz harmlos. Ein bisschen Blut im Stuhl. Bauchschmerzen oder Durchfall. Sie sagen sich: „Ach, nicht weiter schlimm.“ Doch gerade weil die Symptome am Anfang sehr unspezifisch aussehen, ist besondere Vorsicht geboten. Gehen Sie bei diesen Anzeichen zum Arzt. Sie:

  • entdecken Blut im Stuhl
  • bemerken wechselnde Stuhlgewohnheiten: Durchfall und Verstopfungen
  • klagen häufiger über krampfartige Bauchschmerzen
  • fühlen sich ausgelaugt, müde – ohne Kraft und Energie
  • leiden häufig an Übelkeit, Völlegefühl und Appetitlosigkeit
  • verlieren Gewicht, sind blass und wirken wie blutarm

Jährlich erkranken allein in Deutschland mehr als 60.000 Menschen an Darmkrebs, knapp die Hälfte von ihnen stirbt daran. Eine alarmierende Zahl, besonders deshalb, weil Darmkrebs durch Früherkennung geheilt werden kann. Doch genau darin liegt auch eine gute Nachricht: Darmkrebs ist häufig heilbar!


Damit Darmkrebs keine Chance hat

Über die Möglichkeiten der Darmkrebs-Vorsorge und wie Sie Ihr Darmkrebs-Risiko testen können

Vorsorge ist das beste Rezept. Denn je früher Darmkrebs entdeckt wird, desto größer sind seine Heilungschancen. Heute werden ca. 70 Prozent der Darmkrebsfälle in einem frühen Stadium erkannt. Dies rettete in den letzten zehn Jahren vielen Menschen das Leben.

Weil Darmkrebs langsam wächst, sind die Chancen der Früherkennung immens. Bewährte Methoden der Vorsorge sind der Okkult-Bluttest und die Darmspiegelung. Einen Okkult-Bluttest führen Sie alleine zu Hause durch. Er „entlarvt“ kleinere Mengen Blut im Stuhl. Diese sind für das bloße Auge nicht sichtbar. Die Teststreifen gibt es beim Hausarzt oder beim Apotheker. Fallen die Stichproben positiv aus, schaff t eine Darmspiegelung vollständige Klarheit. Eine Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt, ermittelt gutartige Wucherungen auf der Darmwand, noch bevor sich überhaupt ein Krebs entwickelt hat. Diese sogenannten Darmpolypen werden in der Regel bereits während der Untersuchung schmerzfrei und restlos abgetragen.

Vorsorge tut nicht weh

Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode der Früherkennung von Darmkrebs. Dank ärztlicher Expertise und ausgereifter Gerätetechnik kann sie mit gutem Komfort durchgeführt werden. Sie dauert nur 30 Minuten, kann aber gegebenenfalls 30 geschenkte Lebensjahre bedeuten. Allen Frauen und Männern ab 55 Jahren wird deshalb diese von der Krankenkasse getragene Untersuchung besonders ans Herz gelegt.

Nur bei ungefähr 20 Prozent der Untersuchten werden Polypen gefunden. Meistens sind es harmlose Geschwülste. Auch wenn sich bereits erste Krebszellen gebildet haben: Das ist kein Grund zum Verzweifeln. Frühe Stadien lassen sich sehr gut behandeln und heilen. Neben Okkult-Bluttest und Koloskopie gibt es weitere Untersuchungsmethoden, die bei Verdacht auf Darmkrebs angewandt werden können:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Bauchraumes
  • Computertomographie (CT) des Bauch- und Beckenraumes
  • Labor- und körperliche Untersuchungen

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Das eigene Darmkrebs-Risiko testen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und nutzen Sie die Chance der Darmkrebs- Vorsorge. Fall Sie sich noch unsicher sind – mit ein paar einfachen Fragen können Sie herausfinden, ob bei Ihnen ein erhöhtes Darmkrebs-Risiko vorliegt:

1. Ist bei einem Ihrer direkten Verwandten (Eltern, Geschwister oder Kinder) eine Darmkrebs-Erkrankung aufgetreten?
2. Ist diese Person schon vor dem 45. Lebensjahr an Darmkrebs erkrankt?
3. Wurde bei einem Ihrer direkten Verwandten ein Darmpolyp, einsogenanntes Adenom, vor dem 40. Lebensjahr erkannt? 4. Sind in Ihrer Familie drei oder mehr Verwandte an Darmkrebs,Magenkrebs, Gebärmutterkrebs, Eierstockkrebs, Nierenbeckenoder Harnleiterkrebs erkrankt?

Falls Sie eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantworten, kann bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebs-Erkrankung vorliegen. Sie – und auch Ihre Familie – sollten sich dann umgehend von einem Hausarzt oder Gastroenterologen beraten lassen und dabei klären, ob zusätzliche Vorsorgemaßnahmen notwendig sind.


Operative Therapien gegen den Tumor

Wie durch eine optimale Behandlung Darmkrebs beseitigt oder reduziert werden kann

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Patienten, die an Darmkrebs erkrankt sind, können mit dem behandelnden Arzt die möglichen Therapieschritte und -optionen besprechen. Der Spezialist kann alle Chancen und Risiken ausführlich erklären. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Die Krankenkassen übernehmen dafür die Kosten.

Umfassende Therapie in Darmkrebszentren

Die Ruppiner Kliniken sind das erste zertifizierte Tumorzentrum Brandenburgs. Als solches verfügen wir über interdisziplinäre Kompetenz in der Therapie von Darmkrebs. Neben der Festlegung der bestmöglichen Therapie für jeden Patienten profitieren onkologische Patienten von geschulten Psychotherapeuten, onkologischen Fachpflegekräften, Stomatherapeuten und weiteren Experten. Mitglied des Tumorzentrums ist die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Gretschel. „Darmkrebs ist gut behandelbar und in einem frühen Stadium auch heilbar.“, erläutert er. „Ein Patient gilt als geheilt, wenn es gelingt, das Krebs tragende Darmstück mit dem gesamten Lymphabfluss vollständig chirurgisch sauber zu entfernen. Eine blutarme Operation unter Schonung wichtiger Strukturen (wie Harnleiter, Nervenplexus, etc.) ist von größter Wichtigkeit. Die Fähigkeiten des Chirurgen sind dabei nicht nur ein entscheidender Prognosefaktor, sondern bestimmen auch maßgeblich die weitere Lebensqualität des Patienten (Kontinenz, Potenz, Blasenfunktion).

Dies trifft insbesondere auf Tumore im Mastdarmbereich, nahe dem Schließmuskel, zu. In den Ruppiner Kliniken besprechen die behandelnden Ärzte die Therapie von Kolon- und Mastdarmkarzinomen im interdisziplinären Tumorboard und legen die individuell geeignete Therapie fest. Lokal fortgeschrittene Mastdarmkarzinome werden beispielsweise von Onkologen und Strahlentherapeuten mit Radio- Chemotherapie vorbehandelt, damit sich der Tumor verkleinert, besser zu operieren ist und sich eine intraoperative Tumorzellverschleppung deutlich minimiert. Im Anschluss werden die Patienten mit einem Neuromonitoring operiert, um intraoperativ die sensiblen, kaum sichtbaren Nerven für Harnblase und die Geschlechtsorgane identifizieren zu können. Denn nur was man eindeutig identifiziert hat, kann man auch sicher schonen. Die Operation geschieht in 80 Prozent der Fälle heute Schließmuskel-erhaltend und überwiegend minimal invasiv mit kleinen Schnitten und Kamera. Selbst, wenn der Schließmuskel entfernt werden muss, ist es für ausgewählte Patienten möglich, einen neuen Schließmuskel aus körpereigenem Gewebe zu fertigen.

Die Zeit nach der Therapie

Nach einer Behandlung brauchen die Patienten viel Erholung und genügend Zeit für die Rückkehr in den Alltag. Und ganz oft auch Halt in Form einer therapeutischen Begleitung oder Selbsthilfegruppen. Auch hier unterstützen die Experten des Darmkrebszentrums Brandenburg Nordwest in Neuruppin.

Direktkontakt
Darmkrebszentrum Brandenburg-Nordwest
Leitung: Prof. Dr. Gretschel
Kurzkontakt
Zentrale
(03391) 39-1009
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