Hygiene

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Hand in Hand für die Hygiene

Warum Hygiene in Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen das oberste Ziel ist

Eines Tages stellte sich ein Assistenzarzt an der Wiener Klinik für Geburtshilfe die Frage: „Warum sterben in der einen Abteilung mehr Mütter an Kindbettfieber als in der anderen?“

Er fand eine simple, aber entscheidende Antwort: Den Ärzten, Mitarbeitern und Studenten mangelte es an Hygiene. Vor allem desinfizierten sie sich zwischen den Behandlungen so gut wie nie die Hände. Dadurch übertrugen sie gefährliche Erreger auf die werdenden Mütter.

Jener Assistenzarzt ordnete – zunächst für seine Studenten – an, sich fortan die Hände mit Chlorkalk zu desinfizieren. Daraufhin sank die Sterblichkeit in seiner Klinik von 12,3 auf 1,3 Prozent. Der „Retter der Mütter“, wie man den Mann daraufhin nannte, hieß Ignaz Semmelweiss, und seine wegweisende Studie liegt 170 Jahre zurück. Es war die Geburtsstunde der Krankenhaushygiene – und diese hat bis heute nichts von ihrer Wichtigkeit eingebüßt.

Im Gegenteil. Mehr als 18 Millionen Patienten werden jährlich bundesweit in Krankenhäusern und ambulanten medizinischen Versorgungszentren behandelt. Die Notwendigkeit höchster Hygienestandards in klinischen Einrichtungen erklärt sich angesichts dieser Zahl von selbst.

Hygiene unter der Lupe der Wissenschaft

Viele Krankheits- oder Todesfälle, die auf mangelnde Sauberkeit zurückzuführen sind, können vermieden oder zumindest beeinflusst werden, wenn in Krankenhäusern konsequent die Hygienerichtlinien eingehalten werden.

Vor allem von wissenschaftlicher Seite wird dem so wichtigen Thema der Krankenhaushygiene Vorschub geleistet. Es stellt ein eigenes medizinisches Fachgebiet dar, das sich der Erforschung und Umsetzung spezifischer Hygienemaßnahmen in Kliniken und Krankenhäusern, in Arztpraxen und medizinischen Versorgungszentren verschrieben hat. Das Ziel der Krankenhaushygiene ist es, Patienten, Personal und Umwelt vor der Weiterverbreitung von Krankheitserregern und gesund-heitsschädlichen Substanzen zu schützen.

Um dies zu erreichen, befasst sich die Krankenhaushygiene intensiv mit übertragbaren Erkrankungen, Präventionsmaßnahmen, antiinfektiösen Verfahren wie der Sterilisation und Desinfektion sowie mit der Entwicklung und Evaluierung von Qualitätssicherungsverfahren. Dabei arbeitet sie Hand in Hand mit der Mikrobiologie und der Umweltmedizin zusammen.

Gesetzlich geregelte Standards

Auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse gelten bundesweit gesetzliche Hygienestandards. Ein Grundpfeiler ist das umfassende Infektionsschutzgesetz. Es enthält eine Vielzahl von Bestimmungen, damit die Gesundheitsämter sowie die Landesgesundheitsbehörden entsprechende Maßnahmen treffen können, um die sogenannten nosokomialen Infektionen, also jene, die in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen auftreten können, zu verhüten und zu bekämpfen.

Zudem hat das Bundesministerium für Gesundheit eine gezielte Strategie mit vielschichtigen Maßnahmen zur Erkennung, Prävention und Kontrolle von Antibiotika-Resistenzen ins Leben gerufen: die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie, kurz DART genannt.

Hygiene liegt auch in den eigenen Händen

Um Krankenhausinfektionen zu vermeiden, ist es so einfach wie wirkungsvoll, die Hände ausreichend zu desinfizieren. Um jede einzelne medizinische Fachkraft dafür zu sensibilisieren, starteten deutschlandweit bereits erfolgreich verschiedene Projekte wie die „Aktion Saubere Hände“ des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V., der Gesellschaft für Qualitätsmanagement in der Gesundheitsversorgung e.V. sowie des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance von nosokomialen Infektionen.

Seit dem Nachweis von Ignaz Semmelweiss, dass die Desinfektion der Hände die Patientensterblichkeit verringert, haben sich die Hygienestandards im klinischen Alltag grundlegend gewandelt. Und dennoch bildet seine wegweisende Erkenntnis das Fundament für mehr Gesundheit im Krankenhaus.


Hygiene mit Brief und Siegel

Erfolgreiche Zertifizierung der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung an den Ruppiner Kliniken

Die Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (ZSVA) der Ruppiner Kliniken wurde 2016 für Medizinprodukte der höchsten Risikoklasse zertifiziert. Bei diesen sogenannten Kritisch-C-Produkten handelt es sich um thermolabile medizinische Instrumente, die während eines normalen Sterilisationsprozesses unter der Hitze des Dampfes Schaden nehmen können. Geräte, wie zum Beispiel Ureteroskope, werden dabei durch eine spezielle Sterilisationstechnik in den sterilen Zustand gebracht. 

Während einer Operation kommen benutzte Instrumente in Berührung mit dem menschlichen Körper, zum Beispiel auch mit Blut. Dadurch sind sie nicht mehr mit Sicherheit frei von vermehrungsfähigen Keimen. Die ZSVA ist eine Abteilung, in der diese Instrumente auf besondere Weise gereinigt werden. Nach der Säuberung in speziellen Reinigungs- und Desinfektionsgeräten genügt bei 90 Prozent der Instrumente eine Sterilisation durch Dampf. Die restlichen zehn Prozent stellen die Kritisch-C-Produkte dar, die mittels Wasserdampf und Formaldehyd, kombiniert mit einem sogenannten fraktionierten Vakuum, sterilisiert werden. Hierbei wird die Formaldehyd-Lösung automatisch über geschlossene Vorratsgefäße bezogen.

Spezielle Kenntnisse erforderlich

„Die Sterilisation erfordert nicht nur eine moderne Technik, sondern auch spezielle Kenntnisse“, sagt Bianca Hoff, Hygienefachkraft an den Ruppiner Kliniken.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team unserer Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung müssen mehr als 2.000 unterschiedliche Produkt-Sets kennen. Jedes dieser einzelnen Sets müssen wir dann nach Herstellerangaben zerlegen und reinigen, desinfizieren und sterilisieren, zusammensetzen und auf Funktion prüfen können, wenn es zum Einsatz gekommen ist.“

Alle Instrumente müssen nicht nur steril, sondern auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. „Jeder Handgriff, der in der ZSVA getan wird, ist durch Qualitätsrichtlinien festgelegt“, sagt Bianca Hoff. Sechs Operationssäle, zwei Intensivstationen, die zentrale Notaufnahme, drei Kreißsäle und 35 Stationen versorgt die ZSVA mit sterilen Instrumenten.

Jährlich kontrollieren externe Experten, ob die festgestellte Sicherheit gegeben ist. Nur dann erhält die Abteilung die Zertifizierung für das nächste Jahr. Dabei spielt auch eine Rolle, ob Schulungen durchgeführt werden, welchen Ausbildungsstand das Team hat, ob die richtigen Wartungsverträge für den Gerätepark abgeschlossen und die Geräte validiert sind.


Klinisch rein in jeder Hinsicht

Wie an den Ruppiner Kliniken in allen Bereichen für saubere Verhältnisse gesorgt wird

Medizin kann sich nur unter hygienischen Bedingungen erfolgreich entfalten. Das gilt im Großen wie im Kleinen in allen Bereichen, die in einem Krankenhaus für die Gesundheit zusammenspielen. Ob frisch desinfizierte Betten, blitzblanke Badewannen oder reine Böden – an den Ruppiner Kliniken setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die strikte Einhaltung der Hygienevorschriften.

Ein kompetentes Hygieneteam erfüllt dabei wichtige Aufgaben: Es liefert Antworten auf viele Fragen rund um die Krankenhaushygiene, begleitet Visiten und verantwortet mikrobiologische Umgebungsuntersuchungen sowie die Screeninguntersuchungen von Risikopatienten. Zudem schult es in regelmäßigen Abständen die Pflegekräfte und Mediziner.

Zum Hygieneteam gehören ein beratender Krankenhaushygieniker sowie drei Hygienefachkräfte. Zwei Mal täglich überprüfen sie die Intensivstationen, die anderen Stationen nehmen sie wöchentlich unter die Lupe. In den Patientenzimmern kümmert sich derweil ein Reinigungsteam um die optimale Hygiene. War ein Patient mit infektiösen oder multiresistenten Erregern untergebracht, desinfizieren die Fachkräfte das gesamte Zimmer.

Zu ihnen gehört ein ausgebildeter Desinfektor, der auch spezielle Anforderungen an Reinigung und Desinfektion zu erfüllen weiß – zum Beispiel, wenn das Zimmer durch einen Patienten mit einer Creutzfeld-Jakob-Erkrankung belegt war.

In der Wäscherei laufen währenddessen die Waschmaschinen auf Hochtouren. Alle Patienten an den Ruppiner Kliniken erhalten nicht nur frische Bettwäsche, sondern auch stets saubere und desinfizierte Kopfkissen und Bettdecken. Das Pflegeteam auf den Stationen kümmert sich darum, dass jedes Bett frisch desinfiziert zur Verfügung steht.

Und weil nur reinigen kann, was selbst sauber ist, werden auch sämtliche Waschmaschinen regelmäßig mikrobiologisch überprüft.

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